Vom Hundetrainer zum Dogwalker Teil 3/3

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Neuster Blogpost, Tipps für Hundesitter

Raus aus dem Hundetraining, rein ins Dogwalking

Danny Langer mit Betreuungs-Labrador Kimba © Hund in Glück – Dogwalking und mehr mit Danny Langer

Vor meinem Besuch bei Sannys Hundeservice reduzierte ich das Hundetraining allmählich und startete auf den „neuen Weg“. Das Dogwalking.

Ich hatte bis dahin 4,5 Hunde, die ich im Einzelspaziergang ausführte. Diese Hunde waren/ sind nur teilweise oder gar nicht mit Artgenossen verträglich.

Für mich war es eine tolle Möglichkeit, zu schauen, wie es ist mit fremden Hunden unterwegs zu sein. Meine „Starterhunde“ waren (sind) mit ihren Frauchen bei einer befreundeten Hundetrainerin (die auch die Empfehlung aussprach) und waren daher alle super trainiert. Mit Marker und sämtlichen wertvollen Signalen, die den Hunden bekannt waren, fiel mir der Einstieg daher sehr leicht und es hat soviel Spaß gemacht!

Hunde, die sich in einer Gruppe wohlfühlen würden, hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht und Anfragen gab es noch keine.

Daher musste ich nun erst einmal Hundemenschen über das neue Konzept informieren. Name finden, Logo erstellen, Internetseite umschreiben, Visitenkarten drucken und an zielgruppeorientierten Stellen auslegen 😀 Nach recht kurzer Zeit kamen auch schon erste Anfragen für das ausgeschriebene Gruppengassi.

Anfangs ließ ich mir recht viel Zeit, die „neuen Anwärter“ im Einzelgassi kennen- und einschätzen zu lernen. Was recht viel Zeit in Anspruch nahm, aber ich war mir noch etwas unsicher, verträgliche aber fremde Hunde, zusammenzuführen.

Zum gemeinsamen Kennenlernen – Einzelspaziergang mit den zwei Parson Russel Terriern Abby und Minja © Hund in Glück – Dogwalking und mehr mit Danny Langer

Kurze Zeit danach konnte ich im Praktikum und beim Dogwalker Basic Seminar bei Anne viel darüber lernen,wie man die erste Kontaktaufnahme entspannt gestalten kann. Rituale einführen, wenn andere Hunde dazu kommen, höfliches Verhalten bestärken und die Aufregung gering halten. Mit diesen Trainingshandgriffen konnte ich „meine Hunde“ nacheinander vergesellschaften und war selbst viel sicherer nach den ersten Zusammenführungen.

Daraus entstand recht schnell eine total harmonische kleine Gruppe. Jetzt sozusagen meine Stammhundegruppe. Einige Hunde sind zwar nicht täglich, aber regelmässig mehrmals in der Woche dabei und trotz des Wechsels, sind die Hunde immer sehr entspannt miteinander.

Es ist so spannend, wie total unterschiedliche Hunde – in Größe, Charakter und Alter- miteinander umgehen. Oder auch wie man es ihnen „erklären“ kann, wie sie mit anderen Hunden besser umgehen sollten …

Eine meiner jungen Labbradordamen war anfangs in der Gruppe doch schon recht stürmisch. Zum „Hallo“ sagen bekam das Gegenüber erstmal einen Bodycheck, einmal das Gesicht gesäubert und eventuell noch mal einen seitlichen Knuffer. Das war eben ihre Art der Begrüssung. Das bekam sie labbigenetisch etwas in die Wiege gelegt und praktizierte das auch bisher auf der Hundewiese, auch wenn es dafür von anderen Hunden hier und da eine „Klatsche“ gab. Denn diese Art der Begrüssung kommt bei vielen nicht gut an. Es ist nicht gerade höflich, im gestreckten Galopp in jemand reinzupreschen, ob gut gemeint oder nicht. Manch anderer Hund schafft es aber auch körperlich nicht dem Stand zu halten oder sich darüber zu beschweren.

Diese zwei Labradore sind beim Dogwalking Freundinnen geworden: Bally und Kimba © Hund in Glück – Dogwalking und mehr mit Danny Langer

Ich habe glücklicherweise Hunde in der Gruppe, die damit gut zu recht kamen und ihr das auch sehr direkt aber nett erklärt haben. Da aber auch 2,3 zarte Seelchen dabei waren, die bei einer derartigen Kontaktaufnahme richtig Angst bekommen würden, fing ich mit ihr an ganz bewusst jedes Verhalten zu markern,daß mit höflich, langsam und elfengleich zu tun hatte 😀 Es ist einfach genial Verhalten punktgenau bestätigen zu können!

Sie lernte so schnell, dass es sich lohnte, sich selbst auszubremsen, vor dem Anderen anzuhalten und das spielen nicht nur „drauf“ sein kann. Nach ein paar Wochen konnte ich dann auch die kleinen, zarten Mäuschen mit in diese Gruppe nehmen. Und da muss ich einfach immer staunen, wie toll sie ist (und die Anderen!). Sie kann mittlerweile sehr gut unterscheiden mit wem sie „Wrestling“ machen kann und bei wem sie etwas behutsamer sein muss. Schlaues Mädchen!

Es ist auch toll, einen Teil dazu beizutragen, wenn durch das Dogwalking echte Hundefreundschaften entstehen. Der Eine wedelt schon wie verrückt im Gassimobil,weil er weiß, daß wir jetzt den Kumpel abholen. Die etwas Ruhigeren schnüffeln entspannt miteinander an den Hecken und die „Flitzer“ toben zusammen über die Wiesen. Der Ein oder Andere schätzt es auch, sich nur in Gesellschaft durch und in Matschepfützen zu suhlen. Aber auch hier finden immer die richtigen Partner zusammen.

Dabei fällt mir mein erstes „offizielles“ Gassi ein:

Mein Hundepärchen – Gino und Wendy. Zwei Zuckermäuse.

Die ersten Dogwalking-Hunde Gino und Wendy © Hund in Glück – Dogwalking und mehr mit Danny Langer

Wir waren ca. eine dreiviertel Stunde unterwegs als ich ein Stück entfernt einen riiiiesengrossen frischen Misthaufen sah. Da Beide spitzenmässig abrufbar waren, rief ich sie also vorbeugend zu mir und ließ sie neben mir laufen. Was natürlich feste belohnt wurde. Am stinkenden Misthaufen viele Meter vorbei, entließ ich die Zwei wieder in den verdienten Freilauf. Sie flitzen munter weiter und  ich war so gar nicht darauf gefasst, daß Wendy mit dem Thema „obergenialster Misthaufen“ noch nicht durch war. Auf der Hinterpfote Kehrtwende und mit vollem Karacho in den Stinkehaufen. Wenigstens brachte ich es noch fertig Gino an die Leine zu nehmen. So standen Gino und ich also da und sahen Wendy dabei zu wie sie sich genüsslich im frischen Mist wälzte.

Dogwalking-Hund Gino © Hund in Glück – Dogwalking und mehr mit Danny Langer

Da es eh schon zu spät war noch irgendetwas zu verhindern, ließ ich ihr dann auch ihre Freude dran. Stinkig war sie eh. Ich gebs zu: ich musste auch wirklich lachen! Das sah nach soviel Zufriedenheit aus als sie sich da ein „Hunde- Wellness- Programm“ genehmigte 🙂 Als wir nach ihrem ausgiebigen Güllebad nach einer Weile am Auto ankamen und wir Richtung Zuhause fuhren – im geschlossenen Auto – wurde mir das geruchliche Ausmaß erst wirklich bewusst! Ich dachte nur: “ Das hast ja wieder gut hingekriegt…Erster Ausflug und die Hälfte der Hunde riecht sehr unappetitlich. Frauchen wird begeistert sein!“

Dogwalking-Hund Wendy © Hund in Glück – Dogwalking und mehr mit Danny Langer

Daheim angekommen beseitigte ich sogleich die schlimmsten Spuren auf Wendys Fell. Frauchen zeigte mir zum Glück bei der ersten Begehung,wo ich ein Waschbecken finde, in dem ich dann dieses durchgewälzte braune, übelst riechende Brustgeschirr waschen konnte. Alles sauber, jedoch nicht geruchsfrei, bekamen die zwei zufriedenen Mäuse noch ihr Abschlußleckerchen und ich schickte Frauchen eine „Beicht- SMS“. Mir fiel ein Stein vom Herzen als sie zurück schrieb: „Solange ihr Spaß hattet, ist alles prima!“

Danke hier nochmal an „Frauchen“! Wir haben jeden Spaziergang immer einen Mordsspaß, weil wir wissen,daß wir auch mal richtig rumsauen dürfen 😀

Weil ich so tolle zwei- und vierbeinige Kunden habe, freue ich mich jeden Tag auf meinen Job. Für mich war es die beste Entscheidung:

vom Hundetrainer zum Dogwalker.

Dannys Hunde Fjorscha, Dogwalking-Hündin Tofu und Dannys Hund Filou

Es liegt mir einfach mehr, macht Spaß und ist irgendwie sehr „erfüllend“.

Der Hund hat ausreichend Auslauf, Kontakte und Abwechslung. Frauchen und Herrchen sind sorgenfreier und entlasteter im Alltag. Und der Hundesitter kann abends zufrieden ins Bett gehen, weil alle Beteiligten happy sind!

Ich bin gespannt auf weitere neue „hunde im glück“ und habe noch so einige Pläne für die Zukunft im Kopf.

Sanny’s Dogwalker Ausbildung  und das große Ziel: hauptberuflicher Dogwalker zu werden! Hier geht’s zur Homepage von Danny Langer – Hund im Glück

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.