Vom Hundetrainer zum Dogwalker Teil 1/3

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oder: wenn der Zufall zum richtigen Zeitpunkt „zu fällt“…
Ein Gastbeitrag von Danny Langer – Hund im Glück

Vor einigen Jahren entschloss ich mich dazu eine Hundetrainerausbildung zu absolvieren. Wir hatten zu dieser Zeit, wie auch jetzt, 3 Hunde und jeder brachte sein eigenes Päckchen an unerwünschtem Verhalten mit. Verschiedene Vereine und Trainer konnten uns nicht wirklich weiterhelfen oder gaben uns sehr, sehr unschöne Ratschläge, wie wir an diesen Problemen „arbeiten“ sollten/müssten,um „Chef“ zu sein und endlich mal die Rangordnung festzulegen….. Mein Entschluss: selbst Hundetrainer werden! Ahnung haben, wie ein Hund „tickt“ und warum und vor allem fair und gewaltfrei mit ihm zu trainieren und zu leben. 2010 begann ich diese Ausbildung,machte nach 1 1/4 Jahren meinen Abschluß und meldete sogleich meine Hundeschule „hundbewusst“ an, die ich am Wochenende neben meinem Hauptjob betreiben konnte. Nach dem ersten Jahr lief es schon ganz gut und ich reduzierte meinen Job auf 50%, um mehr Training machen zu können. Ich konnte in dieser Zeit sehr viele Erfahrungen machen mit sehr unterschiedlichen (Hunde-)Problemen, verschiedenen Hundetypen und ebenfalls sehr verschiedenen Menschen.

Hundetrainerin oder lieber Dogwalkerin? © Hund in Glück – Dogwalking und mehr mit Danny Langer

Der Großteil meiner Kunden war wunderbar! Super nett, sehr engagiert und toll im Umgang mit ihren Hunden. Setzten meine Ratschläge und Training mit positiver Verstärkung so um, dass Erfolge nicht lange auf sich warten ließen. Und genau das ist „des Trainers positive Verstärkung“ – das war meine Belohnung, wenn Hund und Besitzer glücklich waren und im Alltag nun
zufrieden zusammen leben konnten. Ich habe es im Hundetraining öfter erlebt, wie schnell ein Hund in eine „Frustsituation“ kippen kann, wenn er beispielsweise einem Artgenossen nicht „Hallo“ sagen kann, weil er angeleint ist. Oder er nicht dem Hasen auf dem Feld hinterherjagen darf. Sehr oft habe ich Kunden erklärt, wie wichtig es ist Alternativhandlungen aufzubauen und „Ersatzbelohnungen“ anzubieten, damit Hunde in solchen Situationen nicht in den totalen Frust abdriften. Denn Frust ist ein wirklich doofes und zähes Gefühl! Das Gleiche empfand ich als Trainer auch bei einem minimalen Anteil meiner Kundschaft… Ich hatte oft nach Einzelstunden richtig dicken fetten Frust! Ich nahm an, daß meine „Frustrationstoleranz“ für den Hundetraineralltag mehr als ausreichend war – aber nein… Je öfter ich hörte: „oh nein, wir hatten die letzten 4 Wochen leider keine Zeit Leinenführigkeit zu trainieren, weil wir ja auch
Urlaub hatten und da wollten wir entspannen… aber es wird mit der Zieherei immer schlimmer, mir tut schon der Rücken weh…..“ oder “ der Hund hat wieder vom Tisch geklaut, da habe ich ihn mal ordentlich im Nacken gepackt, weil im Fernsehen klappt das auch! So ein dominantes Verhalten können wir nicht durchgehen lassen!“ Solche Aussagen nach stundenlangen Erklärungen/ Aufklärungen, nächtelangem Grübeln, wie man Hund und Kunde noch helfen kann oder wie man es ihm noch deutlicher sagen kann, damit es „ankommt“, haben mich wirklich sehr frustriert. Leider konnten das sogar die vielen positiven Erfahrungen mit meinen tollen Kunden nicht mehr ausbalancieren; MEINE Ersatzbelohnungen reichten dafür nicht aus.

Danny Langer mit ihrem eigenen Hunden © Hund in Glück – Dogwalking und mehr mit Danny Langer

Das genau dies der Knackpunkt war, wurde mir aber erst später klar 😉 Zu diesem Zeitpunkt dachte ich noch, dass es daran liegt, weil mir durch den Hauptjob einfach noch mehr Zeit fehlte für Erfahrungen, Trainings, Fortbildungen usw. und der nächste Schritt wäre, mich mit der Hundeschule komplett selbständig zu machen. Mit diesem Ziel vor Augen googlete ich so durchs Netz…
Durch Zufall entdeckte ich Zwei für mich interessante Dinge:

1. Hundeunternehmer gut beraten (Tina Gärtner):

Urlaub für Hundeunternehmer – Möchte ich selbständig in der Hundebranche arbeiten?

2. Sanny’s Hundeservice Nürnberg (Anne Rosengrün):

Eine ausgebildete Hundetrainerin, die als Dogwalkerin mit positiver Verstärkung Hundegruppen spazieren führt.

Warum ich auf Anne’s Seite gelandet bin, weiß ich gar nicht mehr, aber irgendwie sprach mich das total an, obwohl es ja nicht mein „Bereich“ war mit Hunden zu arbeiten.

© Hund in Glück – Dogwalking und mehr mit Danny Langer

Um den Sprung mit nötigen Know How in die Hundebranchen-Selbständigkeit zu wagen, meldete ich mich bei Tina Gärtner zum 1-wöchigen Hundeunternehmer-Urlaub im Januar 2014 an.

Mit zwei weiteren Teilnehmern lernten wir in diesen Tagen sehr viel darüber, was wichtig ist, um den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen. Je näher Tina uns an das gewünschte Ziel brachte mit individuellen und zielorientierten Aufgaben, um so mehr „schnürte es mir den Hals“ zu. Ich nahm an, dass es am Muffensausen vor der Selbständigkeit lag. Ich bekam die Aufgabe einen genauen Hundeschulen Zeit – und Preisplan für den nächsten Tag zu erstellen, um ihn dann gemeinsam mit Tina durchzugehen. Gesagt – getan. Mein Plan war gut und mit diesem Konzept hätte ich den „Hundeunternehmer-Segen“ bekommen

Aber plötzlich und im vollen Umfang war er wieder da: mein Frust!

Angestaut durch viele kleine Erlebnisse über Monate. Ich sagte Tina, dass ich das nicht machen wolle. Etwas verdutzt über meine Aussage, fragte sie mich: „Aber warum? Was willst du dann machen?“ Ich sagte ohne zu überlegen und rein aus dem Bauch heraus: „Ich möchte Dogwalker sein!“ Ich hab das schon mal bei der Anne Rosengrün gesehen, das ist toll!“ Wir waren Beide erstaunt über diese Erkenntnis, dass einfach der Job als Hundetrainer nicht der Richtige ist. Somit wurde (sehr spontan) eine Tür geschlossen und eine Andere stand weit offen! Es war purer Zufall, dass ich irgendwann mal auf Annes Seite gelandet bin, aber genau in diesem Moment und mit dem Gedanken an ihre tolle Arbeit mit den Hundegruppen auf eine schöne Art und Weise, war ich nicht gefrustet, sondern das fühlte sich total stimmig an!

Und wer Tina Gärtner kennt, weiß, dass sie es versteht sofort ein neues Konzept aus dem Ärmel zu schütteln 🙂 (Danke Tina, für den Tritt in den Hintern zur Selbstentwicklung)

Auch beim Dogwalking ist die Arbeit mit Leckerlies möglich und sinnvoll © Hund in Glück – Dogwalking und mehr mit Danny Langer

Neues Ziel, neuer Plan, neue Motivation!

Auf der Suche nach Infos zu Hundesittern, Betreuern und Gassigängern, die gewaltfrei arbeiten, war es ähnlich wie vor ein paar Jahren mit der Trainerausbildung; nur das es so gut wie fast keine Hundesitter gab, die mit positiver Verstärkung arbeiten! Sehr viele Hundesitter „arbeiten“ mit Hemmung, Einschüchterung oder auch körperlichen Eingrenzungen (oder mehr) mit ihren zu betreuenden Hunden. Ich wollte niemand sein, dem ich nicht meine eigenen Hunde hätte anvertrauen wollen! Hundebetreuung ist Vertrauenssache – aus Sicht des Besitzers und vor allem auch aus der Sicht des Hundes!

Somit war ich doppelt bestätigt, daß Sanny’s Hundeservice das ist, was ich suchte.

Ich nahm Kontakt zu Anne auf und sie war sofort bereit, mir Fragen zu beantworten, Tipps zu geben und mich weiter zu informieren! Glücklicherweise hab ich diesen Entschluss gefasst als Anne anfing Seminare und Vorträge für Dogwalker und Hundesitter zu starten. Was für ein Zufall 😉 Was für ein Glück!

Genau zum richtigen Zeitpunkt veranstaltete Anne im Juni 2014 das 2-tägige „Dogwalker Seminar Basics“ und es war in der Woche davor noch ein Praktikantenplatz frei, den ich auch gleich dankend annahm! Perfekt!

Also ab nach Nürnberg!

Im zweiten Teil erfahrt ihr mehr über Dannys Coaching. Ich freue mich sehr, dass ich Danny Langer von Hund im Glück – Dogwalking und Mehr für diese Gastbeiträge gewinnen konnte!

 

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