Sanny’s Podcast – Folge 3: Körperliches Blocken

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In dieser Folge erklären wir dir, warum wir körpersprachliches Blocken nicht gut finden.

Was ist körperliches Blocken?

Wenn die Hunde aus dem Auto aussteigen wollen, werden sie vom Besitzer oder vom Dogwalker geblockt, damit sie nicht so schnell aussteigen können, um eine Leine dranzumachen, wenn ein fremder Hund vorbei läuft oder ein Spaziergänger.

Für den Hund ist das unangenehm und er kann es mit dir als Bezugsperson verknüpfen, aber auch mit dem anderen Hund oder einem anderen Reiz.

Wie sieht körpersprachliches Blocken aus?

Der Mensch richtet sich frontal zum Hund aus und der Körperschwerpunkt ist nach vorne verlagert. Wir schauen den Hund dabei meistens direkt in die Augen. Die Vorwärtsbewegung des Hundes wird durch den menschlichen Körper blockiert.

Tipps beim Auto aussteigen

  • Signale beibringen, hochwertig belohnen statt blocken
    • Sitz
    • Warte
  • Umsicht durch den Hundehalter / Dogwalker
  • Den Hund anders festhalten, wenn er aufsteht und aus dem Auto aussteigen will (ohne Signal)
    • Mit dem Geschirrgriffsignal in das Brustgeschirr des Hundes greifen
  • Mit dem Markersignal, zum Beispiel „Click“, das Verhalten des Hundes verstärken, welches er von sich alleine zeigt
  • Der Mensch stellt sich seitlich zum Hund

Wenn dann doch etwas kommt …

  • Autotür kurz wieder zumachen und abwarten
    • Fremde Hunde sind häufig sehr neugierig
  • Hund einfach festhalten
    • Wenn das Erregungslevel nicht zu hoch ist

Und bei Hundebegegnungen?

  • Ein Blocken kann zu einer umgerichteten Aggression gegenüber dem Menschen führen
  • Die Motivation des Hundes bleibt und der Hund wird sehr stark frustriert
  • Der Hund findet einen Weg am Menschen vorbei
  • Das Blocken wird eine „Antezedenz“ (= Bedingung), da der Hund eine unangenehme Erfahrung gesammelt hat.

Antezedenzien sind auslösende Faktoren, die das Verhalten des Hundes beeinflussen. Dazu gehört die Gesundheit des Hundes, die aktuelle Stimmungslage und wir als Bezugsperson und damit auch das Blocken. Der Hund verknüpft das Blocken durch das Menschen als Bedrohung („Mein Mensch wird doof …“) in Verbindung mit fremden Hunden.

Die Konsequenzen von heute sind die Antezedenzien von Morgen. 

Ein Zurückdrängen des Hundes durch blocken, kann zu rückgerichteter / umgerichteter Aggression führen. Je aufgeregter der Hund ist, umso eher passiert es. Der Hund wird sehr stark in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt und noch stärker frustriert.

Die menschliche Körpersprache

  • Gehemmte Hunde reagieren sehr stark auf unsere Körpersprache
  • Spielen wird sehr schnell durch blocken beendet, der Hund hat Angst

Was solltest du generell tun?

  • Seitlich zum Hund stellen
  • Körperschwerpunkt leicht nach hinten
  • Nicht stark über den Hund beugen
  • Hund nicht anstarren, kurze Blicke

Es gibt viele Trainingswerkzeuge, die bei Hundebegegnungen deutlich besser geeignet sind als das Blocken. Die Trainingswerkzeuge richten sich nach dem Hund und der Situation.

Wenn der Hund aggressiv nach vorne geht, dann wird das Verhalten durch den Geschirrgriff unterbrochen und der Hund bekommt ein Alternativverhalten angeboten, welches er vorher positiv erlernen durfte.

Es wird auf einer Stufe mit dem Hund gearbeitet, dass der Hund noch gar kein Aggressionsverhalten zeigt. Der Hund zeigt eventuell Konfliktzeichen, der Hund löst aber nicht aus. So können ganz viele Hundebegegnungen gut gemeistert werden. Das allerwichtigste Trainingswerkzeug ist unser Markersignal.

Aber ich muss dem Hund doch sagen, dass ich dieses Verhalten nicht haben möchte?

Jedem unerwünschtem Verhalten geht ein erwünschtes Verhalten voraus. Und da fange ich an zu arbeiten mit meinem Hund. Ich muss die Distanz vergrößern zum anderen Hund und das muss ich meinem Hund schmackhaft machen. Ich mache den Weg in die andere Richtung frei. Der Hund bläst die Backen auf, der Hund knurrt den fremden Hund eventuell schon an, dieses Verhalten kann ich noch verstärken und mit einer Distanzvergrößerung zum Auslöser belohnen, am besten mit einer Superbelohnung für den Hund. Der Hund lernt ein Alternativverhalten, welches etwas mit Distanzvergrößerung zu tun hat.

Anfangs, wenn die Trainingswerkzeuge noch nicht so gut aufgebaut sind, betreiben wir Management. Wir gehen noch nicht so weit in die Situation hinein.

Jeden Hund, den ich blocken kann, den kann ich genauso gut clickern.

Jeden Hund, den ich nicht blocken kann, für diesen Hund ist Training über Markersignalen sehr gut geeignet.

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