Sanny’s Dogwalker Coaching – Spannend und lehrreich

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Dogwalker Ausbildung, Neuster Blogpost, Tipps für Hundesitter

Innerhalb von Sanny’s Dogwalker Ausbildung, die ich, Silke Frankl von Silke’s Dog Service, bei Anne absolvieren darf, haben wir insgesamt 10 Tage Coaching, in denen wir Einblick in die Arbeit eines Dogwalkers haben.

Silke Frankl aus Augsburg und eine der Hundegruppe an ihrem ersten Tag

Anne: Ich freue mich, dass Silke sich für meine Dogwalker Ausbildung entschieden hat und bei mir ihr Wissen erweitert!

Ich war sehr gespannt auf das Coaching, da ich ja selber jeden Tag viel mit meinen Betreuungshunden laufe und hatte somit große Erwartungen an das Lernpensum.

Anne: Ich hoffe, ich konnte es erfüllen! In deiner Coachingwoche war sehr viel los und du hattest dadurch einen guten Einblick in meine Arbeit mit den Hunden und auch mit Menschen.

Die Montags-Gruppe Nr. 2 🙂

Montagmorgen um 07.30 Uhr ging es also los. Ich bin zu Anne gefahren, um von dort aus mit ihr zusammen ihre Hunde mit dem Auto abzuholen. Es ist etwas hektisch morgens, da wir in kürzester Zeit viele, viele Hunde einsammeln mussten. Aber für ein „Guten Morgen“ für jeden Hund war Zeit.

Anne: Ich würde es ja eher als strukturiert bezeichnen 😉 Aber ja, ich habe einen straffen Zeitplan.

Schon ab der Haustüre wird positiv gearbeitet. Es gab ein, zwei Hunde, die Angst hatten vor fremden Menschen und mich natürlich dann sehr gruselig fanden. Ruhiges hingehen und hinsehen wurde von Anne sofort gemarkert und belohnt.

Auch in die Autobox einsteigen wurde gemarkert und belohnt. Die Hunde sind aber schon sehr routiniert im Morgenablauf.

Anne: Für mich selbstverständlich 🙂 Es wird immer über positive Verstärkung gearbeitet und immer gutes Verhalten verstärkt.

Anschließend sind wir zum Gassi-Gebiet gefahren und haben dort die Hunde raus gelassen. Während des Ausladens wird Futter gestreut, um die Hunde erst mal zu beschäftigen, somit hatten wir Zeit alle Hunde in Ruhe aus dem Auto zu holen.

Anne: Ich liebe Futterstreuen statt Sitzen, ist eine einfache Ortskonditionierung und sehr wirkungsvoll ohne die Hunde sehr stark in ihrer Bewegung einzuschränken. Hunde, die neu sind oder Probleme haben, sind an der Leine bzw. Schleppleine.

Alle Hunde tragen Geschirre. Hunde die kein Geschirr mitbringen, bekommen von Anne eines. An den Geschirren werden Klettbänder festgemacht auf dem die Telefonnummer von Anne steht, falls mal jemand ausbüxen sollte.

Ayna und meine Telefonnummer – durch Klett ganz praktisch am Geschirr zu befestigen.

Die meisten Hunde laufen größtenteils ohne Leine, auch ohne Schleppleine. Jagdlich motivierte Hunde, die sich nur schlecht abrufen lassen, oder Hunde die fremde Menschen oder Hunde verbellen laufen  an der Schleppleine. Diese ist natürlich am Geschirr befestigt.

Anne: Das ist eine Selbstverständlichkeit für mich! Die Schleppleine gehört generell nur an einem Brustgeschirr befestigt.

Während des Spaziergangs wurden die Hunde viel für ruhiges Verhalten gelobt. Auch für Spielunterbrechungen oder ruhiges begrüßen eines fremden Hundes wurde viel gemarkert und mit Futter belohnt. Eigentlich in allen Situationen, in denen die Hunde gutes Verhalten zeigen wurde gemarkert. In schwierigeren Situationen gab es hochwertigeres Futter – Wurst, Käse oder Futter, welches den Hunden super gut schmeckt.

Anne: Ich steh‘ halt auf gutes Verhalten der Hunde 😉 Das ist das „große Geheimnis“ meiner Arbeit. Ich verstärke deeskalierendes Verhalten unter den Hunden und ich gebe es zu: Ich arbeite sehr gerne mit Futter, aber natürlich nicht non Stop! Die Hunde dürfen 90% des Spaziergangs einfach Hund sein und ihren Spaziergang auf hündische Art genießen.

Rhodesian Ridgeback Ayna muss mit ihren 6 Monaten noch viel lernen und macht sich sehr gut!

Dienstags hatten wir eine Rhodesien Ridgback Hündin namens Ayna mit an Bord. Sie ist erst ein halbes Jahr alt und wurde kurzfristig von Anne übernommen, da die eigentliche Dogsitterin verhindert war. Die junge Hündin war etwas überfordert mit der Situation und war wahnsinnig unruhig. Durch ihr hohes Erregungslevel konnte sie nur schlecht die Signale der anderen Hunde wahrnehmen. Es gab einige Hunde, vor allem aber die kleinen Hunde, die sie bedrohlich fanden, da Ayna sehr schnelle und unruhige Bewegungen machte und auch ihre Spielaufforderungen sehr hektisch waren. Die anderen Hunde hatten ihr klar zu verstehen gegeben, dass sie nicht mit Ayna spielen wollten. In diesen Situationen wurde sie immer wieder abgerufen.

Anne: Am meisten für junge Hunde ist es ganz wichtig ruhiges Verhalten immer wieder zu belohnen. Die Körpersprache der Hunde genau zu beobachten ist sehr wichtig, um zu erkennen, ob zum Beispiel Spiel beiden Hunden Spaß macht und nicht einer von beiden Hunden Stress hat. Am Anfang mag das Ruhe rein bringen in einen jungen Hund sehr viel Impulskontrolle kosten (oh ja, es hat mich sehr viel Impulskontrolle gekostet!), aber es lohnt sich. Den Hund erst einmal machen zu lassen, ist ungünstig, da der Hund das unerwünschte Verhalten erlernt. Es gilt also: Von Anfang richtiges Verhalten sehr stark verstärken! 

Rhodesian Ridgeback Ayna und Entlebucher Sennenhund Finn

Ayna lief drei Tage an der Schleppleine und wurde viel für ruhiges Verhalten und eigenständige Spielunterbrechung verstärkt. Am dritten Tag war Ayna viel ruhiger und nicht mehr so hibbelig. Sie konnte schön mit dem Entlebucher Sennenhund Namens Finn spielen und konnte das Spiel auch gut unterbrechen.   Auch das Annähern an andere Hunde wurde viel besser und ruhiger.

Anne: Da sieht man wieder, wie schnell die Hunde mit Hilfe von richtigem Timing und positiver Verstärkung lernen!

Am Mittwoch kam dann noch Heidi dazu, eine Goldendoodle-Hündin. Heidi war auch nicht sehr begeistert von Ayna und zeigte deutlich, dass sie mit ihr nichts zu tun haben möchte, weil sie Aynas Verhalten gruselig fand. Ayna wurde immer wieder abgerufen, wenn sie zu Heidi hinsprang. Als Alternativverhalten sollte sie sich hinsetzen und wurde dafür gelobt. Heidi wurde auch gerufen und beide wurden voneinander weg belohnt. Die Spannung zwischen Heidi und Ayna löste sich recht zügig.

Rhodesian Ridgeback Hündin Ayna und Goldendoodle Hündin Heidi

 

Anne: Es ist so toll, dass ich über positive Verstärkung Ansatzverhalten unterbrechen kann ohne die Hunde zu ängstigen oder irgendwelche aversive Schreckreize zu verwenden. Und sie lernen auch noch so viel schneller und ruck-zuck sind Spannungen unter den Hunden weg und sie nähern sich an!

Jeden Tag trafen wir natürlich Fahrradfahrer, Jogger und fremde Hunde. Anne gab immer das Signal „Hier“ und benannte den Umweltreiz mit „Mensch“, „Fahrrad“ o.Ä. Die Hunde kamen sofort alle zu ihr, dafür wurde natürlich gemarkert und Futter zur Seite gestreut, so konnte der Umweltreiz ungestört an der Hundegruppe vorbei. Auch Hunde, die ein Problem mit solchen Umweltreizen hatten, haben schön das Futter am Boden gesucht und sind nicht zum Umweltreiz hin. Diese Sequenz ist quasi für alle Hunde ein schönes Alternativverhalten. Sie haben alle gelernt, wenn ein Umweltreiz kommt, gehen wir zu Anne, da es Futter gibt.

Silke Frankl in ihrem Element beim Dogwalker-Coaching

Anne: Ja, das ist sehr cool und sehr wirkungsvoll! Ich verknüpfe einen Umweltreiz mit einem Wortsignal und einem darauffolgendem Alternativverhalten. 

Donnerstag waren zwei „Riesen“ mit an Bord. Dusty, ein Golden Retriever und Berta eine Briard-Hündin. Berta hatte eine kurze Schleppleine hinbekommen, da sie ab und an Hunde hetzt. Auf der zweite Runde gab es dann doch so eine Situation. Galo, ein Windhund war sehr schnell unterwegs und rannte um die Gruppe herum. Berta ist dann hinter ihm her und hat ihn gejagt. Anne hat die Siuation recht schnell unterbrochen. Als die beiden in unserer Nähe waren hat Sie Futter zu den beiden Hunden geworfen, da sie auf das Abrufsignal nicht reagieren konnten. Als das Futter geflogen kam, haben beide aber sofort aufgehört und mit dem Suchen begonnen.

„Riese“ Dusty
„Riese“ Berta

Anne: Für mich war das schon lang, aber Galo war eindeutig schneller als Berta, danach war sie ganz schön außer Atem. Auch bei dieser Methode lernen die Hunde auch wieder selbstständig aufzuhören, denn ich unterbreche das Rennspiel auf sehr nette Art und Weise.

Später trafen wir zwei kleinere fremde Hunde, die Galo sehr interessant fand. Wir sind mit der Gruppe weitergelaufen, aber Galo wollte lieber mit den kleineren Hunden spielen. Anne lies die Situation laufen, da sie wusste, dass Galo jetzt ein Rückrufsignal gar nicht wahrnehmen konnte. Nach ca. 10 Minuten hat sie den doppelten Rückpfiff eingesetzt und Galo kam schnell zurück.

Galo, auf den wir warten mussten

Anne: Galo hat schon ganz schön lange gebraucht bis er kam, aber dann kam er ja in vollem Galopp 🙂 Die anderen Hunde haben sich über die Futtersuche gefreut während wir auf Galo gewartet haben.

MIttwochabend hatten wir noch eine Einzelstunde mit einer Mischlingshündin. Die Besitzerin wusste nicht, was Sie als Alternative zum Jagdverhalten einsetzen konnte. Anne hat zuerst nochmal das Markersignal erklärt und mit der Besitzern zusammen konditioniert. Anschließend hat sie an schönen praktischen Beispielen veranschaulicht, wie man die Hündin nah an der Jagdsequenz beschäftigen konnte. Erst wurde der Futterbeutel erklärt und kleinschrittig angelernt, danach ein Echtfelldummy, der auch kleinschrittig angelernt wurde. Jedes Interesse, das die Hündin an den Dummys gezeigt hatte wurde gemarkert und belohnt. Die Hündin fand den Echtfelldummy natürlich total klasse und hat sich sehr schön damit beschäftigt. Der Dummy wurde z.B. in einem Baum versteckt und die Hündin hat gesucht und es gefunden.

Anne: Frauchen und Hündin hatten nach dem Erstgespräch ihre erste Stunde und dafür haben die Zwei es sehr gut gemacht! Suchaufgaben sind eine tolle Belohnungsmöglichkeit für jagdlich ambitionierte Hunde.

Freitag lief ich nochmal auf beiden Touren mit. Wieder haben wir viele Umweltreize getroffen und die Hunde sind mit Anne schön aus dem Weg gegangen um Futter zu suchen.

Silke Frankl bei ihrem letzten Tag mit ihrer Lieblingslabradorhündin

Anne: Freitag war für meine Verhältnisse nicht so viel los, da bin ich manchmal auch ganz froh, wenn die Tage ruhiger sind.

Mir hat die Coachingwoche viel Spaß gemacht, ich konnte nochmal viel über die Praxis zum Markersignal lernen. Anne markert in ganz vielen Situationen und ist sehr spendabel mit dem Futter. Sie sieht wahnsinnig viele kleine Signale der Hunde (trotz so einer großen Gruppe), die ich so auf Anhieb nicht gesehen hätte. Die Hunde lieben es mit Anne mitzugehen und sind sehr eingespielt auf den Gassi-Touren. Ich konnte einiges für mich und meine Hundegruppen mitnehmen und freue mich auf die nächsten Coachingtage.

Anne: Das freut mich, dass es dir gefallen hat 🙂

PS: Silke Frankl hat im März 2016 Sanny’s Dogwalker Ausbildung erfolgreich abgeschlossen! Herzlichen Glückwunsch!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.