Hund knurrt mich an am Futter – Was tun?

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Hund knurrt mich / dich an am Futter?

Unser Bild vom Hund ist ein Wunderschönes:

Ich gebe meinem Hund einen Knochen, lasse ihn ein wenig darauf herum kauen und wenn ich entscheide, dass es genug war, nehme ich meinem Hund den Knochen wieder weg. Das sollte auch mit dem Futternapf klappen und natürlich auch mit Spielzeug – ist doch logisch! Es kann aber auch ganz anders sein und dein Hund knurrt dich an am Futter.

Klappt immer? Hmmmm …

Klappt bei jedem Hund? Hmmmm …

Ist das überhaupt immer sinnvoll? Hmmm …

Ich habe diesen Artikel für dich geschrieben, damit du verstehst, warum Hunde ihren Knochen verteidigen und die Bezugsperson mitunter anknurrt. Außerdem erfährst du in diesem Artikel, was du tun kannst, wenn dich dein Hund anknurrt.

Dein Hund verteidigt sein Spielzeug vor dir? Mit freundlichem Training kannst du ihm beibringen, wie es richtig geht.

Dein Hund knurrt, wenn er etwas zu fressen hat und du dich näherst?

Dein Hund knurrt dich an, wenn du ihm den Knochen wegnehmen möchtest? Das kommt sehr häufig vor und ist eine Form von Ressourcenverteidigung. Der Knochen ist natürlich nur symbolisch. Es ist durchaus möglich, dass Hunde auch andere Dinge verteidigen:

  • Futternapf
  • Spielzeug
  • Liegeplatz

Es kommt auch häufig vor, dass Hunde ihre Bezugsperson verteidigen. In diesem Artikel soll es darum gehen, was du als Besitzer tun kannst, wenn dein Hund dich anknurrt an seinem Napf, Knochen oder Spielzeug. Für deinen Hund sind seine Sachen wichtig und er knurrt dich an, damit du verstehst, dass dies seine ist und er nicht möchte, dass du näher rankommst.

Warum knurrt der Hund mich nur ständig an?

Häufig fängt das Verteidigen von Ressourcen nicht mit Knurren an. Die meisten Hunde wählen zuerst eine andere Strategie, wenn sie die Möglichkeit dazu haben. Das bedeutet, dass der Hund versucht wegzulaufen mit seinem Knochen, er verzieht sich auf seinen Platz oder versteckt sich zum Fressen irgendwo an einem ruhigen Ort. Er bringt sein Fressie in Sicherheit, damit er in aller Ruhe fressen kann. Dies ist kein schlimmer Zustand, solange der Hund beim Fressen dann in Ruhe gelassen wird. Ein Training ist sinnvoll, allerdings nicht zwingend erforderlich – Der Hund zeigt ja kein unerwünschtes Verhalten.

Beobachte deinen Hund beim Fressen aus der Entfernung. Nähere dich dann vorsichtig an. Verändert sich die Körpersprache deines Hundes während er noch frisst?

Das Knurren entsteht häufig erst dann, wenn ein Mensch dem fressenden Hund zu nahe kommt, sich also nähert und der Hund dann in eine andere Form der Kommunikation wechselt: Der Hund knurrt seinen Besitzer an!

Was tut man, wenn der Hund den Menschen beißt?

  1. Den Hund, wenn er knurrt und seinen Knochen verteidigt, nicht weiter bedrängen. Also nicht weiter auf den Hund zugehen. Lieber etwas Abstand halten.
  2. Du fühlst dich unsicher? Nimm Kontakt mit einem guten Hundetrainer (oder einer guten Hundetrainerin) auf und lass dich schulen und beraten.
  3. Gehe das Training strukturiert an, starte nicht planlos und einfach drauf los.
  4. Beobachte deinen Hund und lerne seine Körpersprache besser kennen.

Ein Hund zeigt neben dem Knurren noch viele andere Verhaltensweisen. Lernst du die Körpersprache deines Hundes, kannst du auch kleine Zeichen schnell erkennen. Unten siehst du eine kleine Eskalationsleiter. Nicht jeder Hund hält sich 100% daran, denn Hunde sind Lebewesen. Du kannst dich insgesamt danach richten.

Was du hier genau siehst: Bevor dein Hund knurrt, zeigt er normalerweise vorher andere Verhaltensweisen. Das ist der Grund, warum du Knurren bitte nicht bestrafst, schimpfst etc. Dein Hund kommuniziert mit dir und er hat keine andere Wahl, er spricht nur diese Sprache.

Bevor wir zu zwei kleinen Übungen kommen, möchte dir ein paar allgemeine Tipps geben, wenn dein Hund sein Futter verteidigt:

  • Nimm deinem Hund nichts weg ohne eine Gegenleistung! Du möchtest den Knochen deines Hundes? Seinen Ball? Seine Futterschüssel? Dann biete ihm eine Gegenleistung an. Es muss sich für deinen Hund lohnen dir seine Sachen zu geben. Fange dies am Besten schon im Welpenalter an und auch, wenn dein Hund keine Probleme macht.
  • Lass deinen Hund in Ruhe fressen. Nimm ihm nie seine Futterschüssel weg. Gib ihm sein Fressen und entferne dich, so dass dein Hund ganz in Ruhe essen kann. Genauso verhält es sich mit Knabbereien oder Knochen. Lass deinen Hund immer in Ruhe fressen und achte auch auf Kinder im Haushalt.
  • Dein Hund nimmt seinen Knochen und läuft weg? Laufe ihm nicht hinterher! Dein Hund geht in seine Box oder in eine kuschelige Ecke? Laufe ihm nicht hinterher! Lasse deinen Hund auch hier in Ruhe fressen.
  • Dein Hund soll nicht in einen bestimmten Raum mit seinem Knochen? Dann schließe die Tür und verhindere im Vorfeld, dass dein Hund in diesen Raum geht.

Knurrt dich dein Hund am Knochen an, dann muss er lernen, dass du als Bezugsperson ihm immer etwas Schönes und Leckeres gibst, wenn du dich näherst. Dies solltest du nicht alleine durchführen. Eine Anleitung durch eine/n Hundetrainer/in ist sehr, sehr sinnvoll. Trotzdem möchte ich dir ein paar kleine Übungen vorstellen.

Übung „Futternapf“

Du bereitest das normale Futter für deinen Hund vor. In eine Schüssel füllst du ca. 3/4 des Futters, der Rest geht in den Futternapf und du gibst es deinem Hund. Während dein Hund frisst, gibst du deinem Hund löffelweise Futter dazu in seinen Napf. Nach jedem Löffel trittst du einen Schritt zurück (Am besten: Du trittst einen Schritt vor, Futter in den Napf, einen Schritt zurück.). Durch diese Übung lernt dein Hund, dass die Annäherung der Bezugsperson immer mehr Futter bedeutet.

Gleichzeitig nimmst du deinem Hund nie den Futternapf weg, wenn er noch frisst. Du lässt deinen Hund in Ruhe fressen.

Du kannst deinem Hund auch einen Teil des normalen Futters in den Napf geben und etwas Besseres hinzufügen.

Diese Übung machst du bitte nicht, wenn dein Hund nicht nur knurrt, sondern auch nach dir schnappt oder vielleicht auch schon gebissen hat. In diesem Falle nimm bitte Kontakt mit eine/r/m Hundetrainer/in auf und lass dich beraten.

Hier siehst du ein Video, wie du dich annäherst, wenn dein Hund ein Spielzeug hat:

Futternapftraining mit meinem Pips:

Futternapftraining mit meinem Nemo:

Übung „Aus geben“ trainieren

Kann dein Hund zuverlässig etwas hergeben oder knurrt er dich dann an? Ich erkläre dir hier eine Übung, die du anwenden kannst, um deinem Hund ein zuverlässiges „Aus“ in jeder Situation beizubringen.

Gib deinem Hund einen Kauknochen oder ein Spielzeug. Der Kauknochen sollte nicht sofort weg sein, dein Hund sollte eine ganze Weile daran knabbern. Statte dich mit hochwertigen Leckerlies und einem Clicker aus. Alternativ zum Clicker kannst du mit Markerwort arbeiten. Mit dieser Übung solltest du in einem ruhigen Umfeld anfangen, am besten bei dir Zuhause.

Du gibst deinem Hund den Knochen oder das Spielzeug und setzt dich im Abstand daneben. Wähle den Abstand, den dein Hund toleriert und wo er in Ruhe fressen kann.

Ziel der Übung „Aus geben“ ist die Öffnung des Mauls zu clicken und zu belohnen. Das ist manchmal etwas schwierig. Am Anfang kannst du in die Kaubewegungen deines Hundes reinmarkern und die Belohnung zu deinem Hund hinwerfen. Also ganz einfach: Dein Hund frisst seinen Knochen oder kaut auf seinem Spielzeug herum, du clickst oder sagst dein Markersignal und wirfst ein Stück Futter hin. Dies wiederholst du solange bis dein Hund das Futter, welches du hingeworfen hast, frisst. Bist du bei 10 Leckerlies angelangt und dein Hund hat noch nichts gefressen, entfernst du dich etwas von deinem Hund, lässt ihn in Ruhe und machst eine kurze Pause. Dann probierst du es nochmal. Am besten startest du dann erstmal von etwas weiter weg, 1 – 2 Meter weiter als deine vorherige Position. Dies wiederholst du so lange bis dein Hund die Leckerlies frisst. Du solltest pro Trainingseinheit maximal drei Durchgänge machen. Dann lässt du deinen Hund in Ruhe fressen und gehst am nächsten Tag wieder ran.

Schau dir immer die Körpersprache deines Hundes an. Denke nicht linear! Arbeite immer in dem Bereich, in dem dein Hund körpersprachlich entspannt ist.

Auch diese Übung solltest du nicht mit einem Hund praktizieren, der dich gebissen hat oder nach dir schnappt. In diesem Falle suche dir eine/n Experten/Expertin!

In allen Fällen gilt: Die Sicherheit von allen Beteiligten geht immer vor!

Aus-Training mit meinem Nemo:

Aus-Training über positive Verstärkung:

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