Das Markersignal – ein wichtiges Werkzeug

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Das Markersignal ist mein wichtigstes Werkzeug im Umgang mit meiner Hundegruppe.

Der Clicker ist ein gut geeignetes Markersignal, es wird auch wahrgenommen, wenn es mal etwas lauter wird.

Es tut so viel und ist nicht wegzudenken in meiner Arbeit!

Das Markersignal

  • verstärkt erwünschtes Verhalten
  • macht gute Stimmung unter den Hunden
  • sorgt für eine klare Kommunikation zwischen mir und den Hundn
  • funktioniert auch auf Entfernung
  • kann als Verhaltensunterbrechung angewendet werden
  • lässt den Hund aus der Hundewelt in die Menschenwelt umswitchen
  • Hundeverhalten, welches vom Hund selbst ohne Signal ausgeführt wird, kann verstärkt werden (wie z.B. Schnüffeln, rennen, wälzen)
  • Doppelte Belohnung: Markersignal + nachfolgende Belohnung
  • Funktional Belohnen nach dem Markersignal

Jeder neue Hund lernt bei mir das Markersignal kennen und ich arbeite mit jedem Betreuungshund mit diesem tollen Signal. Dabei ist es egal, ob es der Hund schon kennt oder noch nie etwas davon gehört hat. Natürlich freue ich mich als Hundesitter, wenn ich Hunde in die Betreuung bekomme, die genauso arbeiten wie ich selbst, aber das ist kein Muss. Das ist eher das Sahnehäubchen auf dem Stück Kuchen 😉 Hunde sind sehr lernfähig und verstehen das Prinzip des Markertrainings sehr schnell. So kann ich von Anfang an erwünschtes Verhalten eines neuen Hundes (und natürlich von jedem anderen Hund auch) positiv beeinflussen.

In einer größeren Hundegruppe, wie ich sie oft habe, ist es manchmal schwer die Belohnungen stark zu variieren. Mit einem einzelnen Hund habe ich unendlich viele Möglichkeiten an Belohnungen, wenn ich denn als Mensch kreativ bin. In der Hundegruppe gestaltet sich dieses etwas schwieriger. Zum Einen durch meine eigene Aufmerksamkeitsteilung bei mehreren Hunden, zum Anderen muss ich immer ein Auge auf Ressourcenverteidigung haben. Ich darf nicht aus den Augen verlieren, dass sich Hunde genauso wie Kinder in die Haare bekommen können, wenn zwei oder drei Hunde einen Ball haben möchten oder ich Belohnungen verwende, die nicht sofort aufgefressen werden. Futter ist natürlich das Einfachste als Belohnung, kann ich immer mitnehmen und ist schnell gegeben.

Sei kreativ bei der Arbeit mit deinem Hund 🙂

Ich gebe auch ganz ehrlich zu: Ich arbeite sehr, sehr gerne mit Futter! Aber trotzdem möchte ich mir andere Belohnungsmöglichkeiten offen halten, damit es für meine Hunde auch in der Gruppe spannend bleibt. So gebe ich mir Mühe und belohne meine Hunde variabel:

  • Futter gibt es nicht immer ins Maul, es wird in die Wiese gestreut zum Suchen, ich werfe einzelne Futterstücke und lasse die Hunde hinterherflitzen, jeden Hund in eine andere Richtung oder ich werfe es den Hunden im Bogen zu, so dass sie es fangen müssen
  • verbales Lob setze ich zwischendurch immer wieder ein, das finden meine Hunde doof 😉 Es frustriert die Hunde ein wenig, dadurch erlernen sie Frustrationstoleranz und ich kann in Hundebegegnungen markieren und verbal belohnen ohne noch Futter ins Spiel bringen zu müssen
  • Lächeln ist genauso beliebt wie verbales Lob 😉 Das können sie nicht essen und sie finden es zwar super, aber vielleicht sollte ich etwas griesgrämiger durch die Welt laufen? Dann würde es wahrscheinlich auch eine bessere Wirkung erzielen …
  • Ball und anderes Spielzeug, welches geworfen wird, ob auf der Wiese oder auf dem Land ist bei ca. 50% der Hunde sehr beliebt! Darauf stehen die Balljunkies. Dadurch haben wir leider einen hohen Spielzeugverschleiß …
  • Laufen dürfen, finden die Hunde solala – sie dürfen ja eh laufen wie sie lustig sind, außer es sind unübersichtliche Wege und dann sollen sie wieder laufen? Na ja, sie machen es, aber ein Leckerlie wäre ihnen doch lieber
  • Tricks führen meine Hunde gerne aus, manchmal ist es nur etwas schwierig das richtige Signal zu finden 😉 am meisten bei nicht-deutschsprachigen Hunden
  • Rennen – darauf stehen lauffreudige Hunde und ist super einfach aufzubauen und anzuwenden
  • Wasser ist im Sommer eine große Belohnung, am meisten für meine Wasserratten
  • Streicheln ist für alle Hunde eine Belohnung, die sich gerne anfassen lassen
  • Um die Beine streichen tun alle Hunde gern, denen es gut tut. Oft sind diese Hunde sehr erregt
  • Hand auflegen mögen viele Hunde. Am besten die flache Hand ohne viel Bewegung (ähnlich den isometrischen Übungen)

Nun noch drei Videos.

Im Video Nummer 1 seht ihr mich mit meiner Hundegruppe, das war letztes Jahr (2013). Ich verwende das Namensspiel beim Belohnen, die Hunde lernen ruhiges Abwarten während der Leckerlievergabe. Das ist wichtig, damit kein Hund zu kurz kommt. Nicht jeder Hund schafft es anfangs gut zu warten. Ich habe hier verschiedene Möglichkeiten um das zu trainieren.

Dieses Video zeigt die Dobermannhündin Romy. Sie war immer sehr erregt und oft überfordert mit der Gruppensituation. Ich habe viel mit ihr gearbeitet. Hier seht ihr die Übung „Zeigen & Benennen“ einmal innerhalb der Gruppe bei spielenden Hunden und einmal bei einem liegenden Hund in der Gruppe. Romy wird markiert und verstärkt für Stehen und Schauen. Damit wird Impulskontrolle aufgebaut und das erwünschte Verhalten. Das ist für Hibbelhunde gar nicht so einfach und sollte daher gut verstärkt werden. Ich sichere sie mit einer Schleppleine ab, denn sie soll nicht hinterherrennen und das ist ihr nicht immer gelungen 😉

In diesem Video mache ich es Romy anfangs etwas schwieriger. Nach dem Markersignal möchte ich gerne, dass sie sich wieder hinsetzt. Das fällt ihr schwer.  Zum Abschluss darf sie nach dem Leckerlie hüpfen, das macht sie sehr gerne.

Den anderen Hund sieht man nicht gut, der liegt unter dem Baum im Schatten.

Ich freue mich auf eure Kommentare! Möchtest ihr mir euer Video zeigen? Dann immer her damit, ich freue mich.

3 Gedanken zu „Das Markersignal – ein wichtiges Werkzeug

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