Webiview „Ein Hund mit Geräuschphobie“

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Webiview mit Anne Rosengrün von Sanny’s Hundeservice und Kerstin Schießl von Markiert Trainiert zu dem Thema:

Ein Hund mit Geräuschphobie.

Kerstin wird uns von ihrem Hund Toni erzählen und wie sie sich gemeinsam mit ihm Schritt für Schritt vorgearbeitet hat.

Live-Teilnahme ist kostenlos!

Anmeldung: https://dogwalkerausbildung.edudip.com/w/237132
Direktlink: https://dogwalkerausbildung.edudip.com/invite/9143/749202(keine Registrierung erforderlich)

Sanny’s Podcast – Folge 19: Wie du Frustration bei deinem Hund mindern kannst

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Wie du Frustration bei deinem Hund mindern kannst

In der letzten Podcast Folge „Frustration beim Hund“ hatten wir über Frustration gesprochen und nun erklären wir dir, wie du die Frustration bei deinem Hund mindern kannst. Dies ist ein sehr wichtiges Thema bei der Hundeerziehung. Wir haben diese Podcastfolge in sieben Bereiche unterteilt:

Bewegungseinschränkung führt zu Frustration

Du solltest deinem Hund immer genügend Bewegung verschaffen. Laste ihn seinem Alter entsprechend aus. Versuche Zeiten zu schaffen, in denen dein Hund ohne Leine laufen kann. So kannst du Frustration bei deinem Hund mindern.

Bedürfnisse des Hundes

Hast du dir schon einmal Gedanken über die Bedürfnisse deines Hundes gemacht? Das solltest du, denn auch damit kannst du die Frustration deines Hundes mindern. Es ist entscheidend, dass du auf die Bedürfnisse eingehst und deinen Hund nach seinem Typus beschäftigst.

Spielen zwischen Mensch und Hund

Das Spiel mit deinem Hund stärkt die Bindung und lastet deinen Hund geistig und körperlich aus. Ihr könnt so richtig die Sau raus lassen bei eurer Spielparty und damit kannst du Frustration sehr stark mindern. Damit geht es deinem Hund besser. Nach eurem Spiel solltet ihr gemeinsam runterfahren und Entspannung genießen.

Achte auf deine Körpersprache, setze dich hin und drehe dich vom Hund weg. Bewege dich deeskalierend und deinem Hund geht es besser.

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Mehrhundehaltung

Die Mehrhundehaltung kann deinen Hund sehr stark frustrieren. Das passiert, wenn ein Hund den anderen Hund viel einschränkt und die Hunde sich generell sehr viel zusammenreißen müssen. Achte darauf, dass deine Hunde gut harmonisieren und du Konflikte frühzeitig erkennst und darauf eingehst. Verstärke deine Hunde für gutes Verhalten und achte unbedingt darauf, dass keiner der Hunde eingeschränkt wird.

Interessenskonflikte zwischen Hund und Mensch

Dein Hund will jagen, du hältst die Leine kurz? Kann ich sehr gut nachvollziehen, ist aber total frustrierend für deinen Hund. Dein Hund will das, du willst etwas Anderes. So entstehen Interessenkonflikte und das ist frustrierend für deinen Hund, wenn er niemals das tun darf, was er mag. Indem du mit ihm arbeitest, auf Kooperation setzt und mit seinen Interessen arbeitest, senkst du die Frustration.

Negative Strafe

Bei der negativen Strafe wird dem Hund etwas entzogen oder vorenthalten, was er gerne haben möchte. Das ist natürlich krass frustrierend für deinen Liebling. Verzichte also möglichst auf negative Verstärkung. Kündige sie im Zweifelsfalle an, damit dein Hund sich darauf einstellen kann.

Shaping

Beim Shaping ist Frustration erwünscht. Damit es nicht zu viel wird, brauchst du als Trainer gute Fähigkeiten. Überlege dir genügend Zwischenschritte, damit dein Hund nicht zu stark frustriert ist. Du musst ihn ein wenig frustrieren beim Shaping, damit du voran kommst.

Umgerichtete Aggression

Zum Ende der Folge sprechen wir auch das Thema der umgerichteten oder umgelenkten Aggression an, denn auch dieses Thema hängt mit Frustration zusammen.

Viel Spaß beim Hören!

Sanny’s Podcast – Folge 18: Frustration beim Hund

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Frustration beim Hund

Frustration beim Hund kann sehr schnell entstehen. Die Gründe sind vielfältig. Wir sollten immer darauf achten, dass wir wissen, wann unser Hund frustriert ist.

Wie wird Frustration genau definiert?

Frustration ist eine negative Emotion, die sich durch bestimmtes Verhalten deines Hundes ausdrückt. Dabei ist wichtig: Frustration und Aggression des Hundes liegen sehr nah beieinander. Ist dein Hund frustriert, dann kann es sein, dass er sehr schnell Aggressionsverhalten zeigt.

Wie entsteht sie und was kannst du dagegen tun?

Es gibt viele Gründe, warum ein Hund frustriert ist. Bewegungseinschränkung durch die Leine ist nur eines von vielen Beispielen, warum Hunde frustriert sind. Es hat häufig etwas damit zu tun, dass wir die Bedürfnisse unseres Hundes gar nicht oder zu wenig beachten.

Wie kannst du deinem Hund eine bessere Frustrationstoleranz beibringen?

Frustration, Frustrationstoleranz und Impulskontrolle hängen sehr stark zusammen. Leider haben weder Hund noch Mensch unendlich viel Impulskontrolle. Daher müssen wir diese aufbauen durch unser Training. Wir haben viele Werkzeuge, die sich dafür hervorragend eignen.

Hör rein und erfahre es!

Sanny’s Podcast – Folge 17: Mythen in der Hundeerziehung

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Mythen in der Hundeerziehung

Kennst du die typischen Mythen in der Hundeerziehung? Jeder kennt sie ein wenig und doch weiß nicht immer jemand damit umzugehen.

Über Alpha, Rudelstellung und vieles, vieles mehr? Wir decken alles rund um die Irrungen und Wirrungen in der Hundeerziehung auf und erklären dir, warum dies alles ganz viel Schwachsinn ist. Es gibt so viel Irrglauben im Hundetraining, das müssen wir endlich auseinander dröseln und dann merkt man ganz schnell, dass es gar nicht stimmt.

In dieser Folge gehen wir den typischen Mythen der Hundewelt auf den Grund.

Was wir davon halten und wie wir die Dinge sehen, erfährst du in dieser Podcastfolge.

Sanny’s Podcast – Folge 15: Halloween-Spezial: Achte auf deinen Hund!

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Diese Folge haben wir kurz vor Halloween 2016 aufgenommen und da es zu Halloween spuckt, ist diese Zeit nicht immer ganz einfach für deinen Hund.Hör dir an, wie du deinem Hund helfen kannst.

Dies gilt natürlich auch für Fasching, die Regenzeit und generell alle Hunde, die manche Menschen ein wenig gruselig finden.

Info-Webinar zu Sanny’s Dogwalker Ausbildung 06/2017

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Hast du Lust endlich durchzustarten in deinem Traumjob als Hundesitter? Dann ist meine Ausbildung genau die Richtige für dich! Beim Info-Webinar stelle ich dir meine Ausbildung vor, damit du weißt, was genau auf dich zukommt.

Du erfährst, wie die Ausbildung abläuft und was dich bei mir erwartet.

Du hast Lust? Dann sei dabei!

Wann geht es los? Am 04.04.2017 19:30 Uhr für ca. 45 Minuten.

Wie meldest du dich an?

Variante 1, wenn du einen Account bei edudip hast: https://dogwalkerausbildung.edudip.com/w/236832

Variante 2, wenn du keinen Account hast, kannst du den Direktlink nutzen: https://dogwalkerausbildung.edudip.com/invite/5391/747876

Das Webinar ist für dich natürlich kostenlos.

Ich freue mich auf deine Teilnahme!

Hund knurrt mich an am Futter – Was tun?

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Hund knurrt mich / dich an am Futter?

Unser Bild vom Hund ist ein Wunderschönes:

Ich gebe meinem Hund einen Knochen, lasse ihn ein wenig darauf herum kauen und wenn ich entscheide, dass es genug war, nehme ich meinem Hund den Knochen wieder weg. Das sollte auch mit dem Futternapf klappen und natürlich auch mit Spielzeug – ist doch logisch! Es kann aber auch ganz anders sein und dein Hund knurrt dich an am Futter.

Klappt immer? Hmmmm …

Klappt bei jedem Hund? Hmmmm …

Ist das überhaupt immer sinnvoll? Hmmm …

Ich habe diesen Artikel für dich geschrieben, damit du verstehst, warum Hunde ihren Knochen verteidigen und die Bezugsperson mitunter anknurrt. Außerdem erfährst du in diesem Artikel, was du tun kannst, wenn dich dein Hund anknurrt.

Dein Hund verteidigt sein Spielzeug vor dir? Mit freundlichem Training kannst du ihm beibringen, wie es richtig geht.

Dein Hund knurrt, wenn er etwas zu fressen hat und du dich näherst?

Dein Hund knurrt dich an, wenn du ihm den Knochen wegnehmen möchtest? Das kommt sehr häufig vor und ist eine Form von Ressourcenverteidigung. Der Knochen ist natürlich nur symbolisch. Es ist durchaus möglich, dass Hunde auch andere Dinge verteidigen:

  • Futternapf
  • Spielzeug
  • Liegeplatz

Es kommt auch häufig vor, dass Hunde ihre Bezugsperson verteidigen. In diesem Artikel soll es darum gehen, was du als Besitzer tun kannst, wenn dein Hund dich anknurrt an seinem Napf, Knochen oder Spielzeug. Für deinen Hund sind seine Sachen wichtig und er knurrt dich an, damit du verstehst, dass dies seine ist und er nicht möchte, dass du näher rankommst.

Warum knurrt der Hund mich nur ständig an?

Häufig fängt das Verteidigen von Ressourcen nicht mit Knurren an. Die meisten Hunde wählen zuerst eine andere Strategie, wenn sie die Möglichkeit dazu haben. Das bedeutet, dass der Hund versucht wegzulaufen mit seinem Knochen, er verzieht sich auf seinen Platz oder versteckt sich zum Fressen irgendwo an einem ruhigen Ort. Er bringt sein Fressie in Sicherheit, damit er in aller Ruhe fressen kann. Dies ist kein schlimmer Zustand, solange der Hund beim Fressen dann in Ruhe gelassen wird. Ein Training ist sinnvoll, allerdings nicht zwingend erforderlich – Der Hund zeigt ja kein unerwünschtes Verhalten.

Beobachte deinen Hund beim Fressen aus der Entfernung. Nähere dich dann vorsichtig an. Verändert sich die Körpersprache deines Hundes während er noch frisst?

Das Knurren entsteht häufig erst dann, wenn ein Mensch dem fressenden Hund zu nahe kommt, sich also nähert und der Hund dann in eine andere Form der Kommunikation wechselt: Der Hund knurrt seinen Besitzer an!

Was tut man, wenn der Hund den Menschen beißt?

  1. Den Hund, wenn er knurrt und seinen Knochen verteidigt, nicht weiter bedrängen. Also nicht weiter auf den Hund zugehen. Lieber etwas Abstand halten.
  2. Du fühlst dich unsicher? Nimm Kontakt mit einem guten Hundetrainer (oder einer guten Hundetrainerin) auf und lass dich schulen und beraten.
  3. Gehe das Training strukturiert an, starte nicht planlos und einfach drauf los.
  4. Beobachte deinen Hund und lerne seine Körpersprache besser kennen.

Ein Hund zeigt neben dem Knurren noch viele andere Verhaltensweisen. Lernst du die Körpersprache deines Hundes, kannst du auch kleine Zeichen schnell erkennen. Unten siehst du eine kleine Eskalationsleiter. Nicht jeder Hund hält sich 100% daran, denn Hunde sind Lebewesen. Du kannst dich insgesamt danach richten.

Was du hier genau siehst: Bevor dein Hund knurrt, zeigt er normalerweise vorher andere Verhaltensweisen. Das ist der Grund, warum du Knurren bitte nicht bestrafst, schimpfst etc. Dein Hund kommuniziert mit dir und er hat keine andere Wahl, er spricht nur diese Sprache.

Bevor wir zu zwei kleinen Übungen kommen, möchte dir ein paar allgemeine Tipps geben, wenn dein Hund sein Futter verteidigt:

  • Nimm deinem Hund nichts weg ohne eine Gegenleistung! Du möchtest den Knochen deines Hundes? Seinen Ball? Seine Futterschüssel? Dann biete ihm eine Gegenleistung an. Es muss sich für deinen Hund lohnen dir seine Sachen zu geben. Fange dies am Besten schon im Welpenalter an und auch, wenn dein Hund keine Probleme macht.
  • Lass deinen Hund in Ruhe fressen. Nimm ihm nie seine Futterschüssel weg. Gib ihm sein Fressen und entferne dich, so dass dein Hund ganz in Ruhe essen kann. Genauso verhält es sich mit Knabbereien oder Knochen. Lass deinen Hund immer in Ruhe fressen und achte auch auf Kinder im Haushalt.
  • Dein Hund nimmt seinen Knochen und läuft weg? Laufe ihm nicht hinterher! Dein Hund geht in seine Box oder in eine kuschelige Ecke? Laufe ihm nicht hinterher! Lasse deinen Hund auch hier in Ruhe fressen.
  • Dein Hund soll nicht in einen bestimmten Raum mit seinem Knochen? Dann schließe die Tür und verhindere im Vorfeld, dass dein Hund in diesen Raum geht.

Knurrt dich dein Hund am Knochen an, dann muss er lernen, dass du als Bezugsperson ihm immer etwas Schönes und Leckeres gibst, wenn du dich näherst. Dies solltest du nicht alleine durchführen. Eine Anleitung durch eine/n Hundetrainer/in ist sehr, sehr sinnvoll. Trotzdem möchte ich dir ein paar kleine Übungen vorstellen.

Übung „Futternapf“

Du bereitest das normale Futter für deinen Hund vor. In eine Schüssel füllst du ca. 3/4 des Futters, der Rest geht in den Futternapf und du gibst es deinem Hund. Während dein Hund frisst, gibst du deinem Hund löffelweise Futter dazu in seinen Napf. Nach jedem Löffel trittst du einen Schritt zurück (Am besten: Du trittst einen Schritt vor, Futter in den Napf, einen Schritt zurück.). Durch diese Übung lernt dein Hund, dass die Annäherung der Bezugsperson immer mehr Futter bedeutet.

Gleichzeitig nimmst du deinem Hund nie den Futternapf weg, wenn er noch frisst. Du lässt deinen Hund in Ruhe fressen.

Du kannst deinem Hund auch einen Teil des normalen Futters in den Napf geben und etwas Besseres hinzufügen.

Diese Übung machst du bitte nicht, wenn dein Hund nicht nur knurrt, sondern auch nach dir schnappt oder vielleicht auch schon gebissen hat. In diesem Falle nimm bitte Kontakt mit eine/r/m Hundetrainer/in auf und lass dich beraten.

Hier siehst du ein Video, wie du dich annäherst, wenn dein Hund ein Spielzeug hat:

Futternapftraining mit meinem Pips:

Futternapftraining mit meinem Nemo:

Übung „Aus geben“ trainieren

Kann dein Hund zuverlässig etwas hergeben oder knurrt er dich dann an? Ich erkläre dir hier eine Übung, die du anwenden kannst, um deinem Hund ein zuverlässiges „Aus“ in jeder Situation beizubringen.

Gib deinem Hund einen Kauknochen oder ein Spielzeug. Der Kauknochen sollte nicht sofort weg sein, dein Hund sollte eine ganze Weile daran knabbern. Statte dich mit hochwertigen Leckerlies und einem Clicker aus. Alternativ zum Clicker kannst du mit Markerwort arbeiten. Mit dieser Übung solltest du in einem ruhigen Umfeld anfangen, am besten bei dir Zuhause.

Du gibst deinem Hund den Knochen oder das Spielzeug und setzt dich im Abstand daneben. Wähle den Abstand, den dein Hund toleriert und wo er in Ruhe fressen kann.

Ziel der Übung „Aus geben“ ist die Öffnung des Mauls zu clicken und zu belohnen. Das ist manchmal etwas schwierig. Am Anfang kannst du in die Kaubewegungen deines Hundes reinmarkern und die Belohnung zu deinem Hund hinwerfen. Also ganz einfach: Dein Hund frisst seinen Knochen oder kaut auf seinem Spielzeug herum, du clickst oder sagst dein Markersignal und wirfst ein Stück Futter hin. Dies wiederholst du solange bis dein Hund das Futter, welches du hingeworfen hast, frisst. Bist du bei 10 Leckerlies angelangt und dein Hund hat noch nichts gefressen, entfernst du dich etwas von deinem Hund, lässt ihn in Ruhe und machst eine kurze Pause. Dann probierst du es nochmal. Am besten startest du dann erstmal von etwas weiter weg, 1 – 2 Meter weiter als deine vorherige Position. Dies wiederholst du so lange bis dein Hund die Leckerlies frisst. Du solltest pro Trainingseinheit maximal drei Durchgänge machen. Dann lässt du deinen Hund in Ruhe fressen und gehst am nächsten Tag wieder ran.

Schau dir immer die Körpersprache deines Hundes an. Denke nicht linear! Arbeite immer in dem Bereich, in dem dein Hund körpersprachlich entspannt ist.

Auch diese Übung solltest du nicht mit einem Hund praktizieren, der dich gebissen hat oder nach dir schnappt. In diesem Falle suche dir eine/n Experten/Expertin!

In allen Fällen gilt: Die Sicherheit von allen Beteiligten geht immer vor!

Aus-Training mit meinem Nemo:

Aus-Training über positive Verstärkung:

In meinem aufgezeichneten Webinarkurs kannst du erfolgreich an Ressourcenverteidigung mit deinem Hund arbeiten. 10 Stunden Videomaterial steht dir für 199,00€ zur Verfügung inklusive ausführlichem Script.

Der Geschirrgriff – Ein universelles Abbruchsignal

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Der Geschirrgriff – So brichst du Verhalten zuverlässig ab

In diesem Beitrag möchte ich euch ein Trainingsinstrument vorstellen, welches noch viel zu unbekannt ist: Der Geschirrgriff. Der Geschirrgriff wurde mir beigebracht von Dr. Ute Blaschke-Berthold von cumcane®. Entwickelt hat ihn Kayce Cover, wir können sehr dankbar dafür sein. Generell sollte der Geschirrgriff immer von einem Hundetrainer angeleitet werden (z.B. aus dem cumcane®-Netzwerk), um Fehler beim Aufbau und bei der Anwendung zu vermeiden.

So einfach, wie es sich anhört, ist es im Prinzip auch.

Aber vor der Trainingsanleitung erst einmal ein paar Hintergründe zum Geschirrgriff:

Der Geschirrgriff ist ein Abbruch- und Stopsignal und wird über negative Verstärkung in Kombination mit positiver Verstärkung aufgebaut. Der Hund lernt durch den Griff ins Geschirr eine körperliche Bewegungseinschränkung durch den Menschen zu akzeptieren, bei Level 2 dieser auch nachzugeben (= Oppositionsreflex überwinden). Durch die Ankündigung (= Signal) mit einem bestimmten Wort wird im Verlauf des Trainings eine autonome (=reflexive) Reaktion hervorgerufen, so dass der Geschirrgriff auch ohne Sicherung durch die Leine und auf Entfernung zum Stoppen führt.

Der Geschirrgriff ist vielseitig einsetzbar. Oft wird er in Situationen angewendet, in denen der Hund Aggressionsverhalten zeigt. um dieses zu unterbrechen.

Dies kann man sehr schön auf diesem Video sehen:

Ich kündige den Geschirrgriff mit meinem Signal “Geschirr” an (mittlerweile verwende ich Stop), greife ins Geschirr von Nemo und kann so sein Aggressionsverhalten gegenüber dem fremden Rüden unterbrechen. Nemo ist der schwarze Rüde mit gelbem Geschirr und Schleppleine. Er reagiert besonders stark aggressiv, wenn der braune Rüde mit Norwegergeschirr aggressiv reagiert (er ist steif, Körperschwerpunkt nach oben und vorne, bedroht den fremden, weiß-braunen Rüden). Die Situation ist schwierig für meinen Hund, da der fremde Rüde nicht weggeht.

Weitere Anwendungsbeispiele:

Aber der Geschirrgriff ist noch um einiges universeller einsetzbar: Als “Aus”-Signal (Fressbares auf dem Boden, im Spiel mit Besitzer), Als “Stop”-Signal in jagdlichen Situationen, als “Stop”-Signal bei Hundekontakten/-spiel, wenn Signale vom eigenen Hund nicht mehr gelesen werden, Spiel grob wird etc., als “Stop”-Signal an einer optischen Barriere wie z.B. der Bürgersteig und in Kombination mit einem konditionierten Entspannungssignal.

Auch beim Buddeln erleichtert der Geschirrgriff das Training. Der Hund wird beim Buddeln unterbrochen mit dem Geschirrgriffsignal und darf einige Mal nach erfolgter Reaktion weiterbuddeln auf Signal (z.B. „Buddeln“) und muss sich erst danach von seinem Mauseloch trennen.


Auf diesem Video seht ihr Nemo in jagdlicher Motivation und eine Kombination aus Entspannungssignal („Easy“), Geschirrgriffsignal („Stop“) und darauf folgendem Leinenzug und dem abverlangtem Alternativverhalten („Sitz(en)“). Durch das Filmen mit einer rechten Hand und Leinen in der linken Hand bewegt sich ein paar mal die Leine, wenn ich den anderen Hunden Futter streue. Eine Kombination aus Entspannungssignal und Geschirrgriffsignal ist sinnvoll.

Pips wird mit dem Geschirrgriff-Signal unterbrochen, es fungiert als “Aus”-Signal. Ich benutze es sehr viel beim Ball spielen, denn Pips spielt sehr gerne Ball. Auch beim Zergeln kann man dieses Signal sehr gut einsetzen.

Der Geschirrgriff bietet sehr viele Möglichkeiten. Und das Tolle daran: Das Signal wird aufgebaut ohne den Hund zu bedrohen, einzuschüchtern oder zu ängstigen. Es wird immer wieder in kleinen Dosen (= kleinschrittiges Training) wiederholt bis der Hund nicht mehr überlegt, was das Signal zu bedeuten hat, sondern automatisch darauf reagiert reagiert. Der Hund kann dann nicht mehr anders als zu reagieren. Das ist die tolle, klassische Konditionierung!

Körperliche Einschränkung und Lernen

Noch einmal zurück zur körperlichen Einschränkung: Das heißt, dass der Hund lernt, es geht nicht weiter. Es wird nicht am Hund gezerrt, sondern der Hund lernt auf Level 2 von sich aus nachzugeben, dabei setzen sich die meisten Hunde hin, andere gehen ein oder zwei Schritte seitwärts, manche Hunde nehmen nur den Körperschwerpunkt ein wenig nach hinten. Wir überwinden bei dieser Übung den Oppositionsreflex (= Druck erzeugt Gegendruck) und bringen dem Hund Schritt für Schritt eine neue Verhaltensreaktion bei.

Die Bewegungseinschränkung ist für einen sehr empfindlichen Hund sehr unangenehm. Wir fügen der Situation also etwas Unangenehmes hinzu (= positive Strafe). Durch das Ankündigungswort (z.B. Stop) hat der Hund die Chance zu lernen, wenn er dieses Signal hört und richtig reagiert, bleibt das Unangenehme aus (= negative Verstärkung). Um es dem Hund angenehmer zu machen, setzen wir zusätzlich Futter ein als positive Verstärkung.

Beim Geschirrgriff ist ein richtiger Aufbau (wie bei allen Signalen) sehr wichtig.

Level 1: Einstieg

* Signal “Stop” (oder ein Anderes) sagen
* Kurz durchatmen (kleine Pause)
* Ins Geschirr greifen und Zug aufbauen
* Markersignal geben
* Futterbelohnung geben
* Zug wegnehmen und Geschirr loslassen

Level 2: Fortgeschritten

* Signal “Stop (oder ein Anderes) sagen
* Kurz durchatmen (kleine Pause)
* Ins Geschirr greifen und Zug aufbauen
* Warten bis der Hund ein kleines bisschen nachgibt (am besten auf die Pfoten schauen)
* Markersignal geben
* Futterbelohnung geben
* Zug wegnehmen und Geschirr loslassen

Das passende Signal

Das Signal für den Geschirrgriff kann individuell gewählt werden, es sollte klar ausgesprochen werden, mit normaler Sprechstimme, nicht unfreundlich, aber auch nicht geflüstert. Für taube Hunde verwendet man ein Sichtzeichen anstatt des Hörzeichens.

Die kurze Pause zwischen dem Wortsignal und dem Reingreifen ins Geschirr hat mehrere Aspekte. Zum Einen kündigen wir so unsere nächste Handlung an und unsere Körpersprache richtet sich unbewusst darauf aus, welche der Hund imstande ist zu lesen. Zum Anderen trennen wir durch die kurze Pause das Wortsignal von der nachfolgenden Aktion sehr genau und der Hund kann eine klare Verknüpfung herstellen (Denkt dabei an die klassische Konditionierung, die hier vorliegt.). Erst durch diese klare Trennung kann das Signal für den Geschirrgriff später auch auf Distanz funktionieren.

Achte auf deine Körpersprache

Am Anfang sollte der Mensch sich seitlich zum Hund ausrichten und auch seitlich in das Geschirr greifen. Bei kleinen Hunden sollte der Mensch sich zuerst auf die Ebene des Hundes begeben um ein “Grabschen” zu vermeiden. Alternativ kann bei kleinen Hunden und Menschen mit Knieproblemen der Geschirrgriff über den Zug an der Leine (am Geschirr befestigt) aufgebaut werden. Am Anfang sollte die Annährung der Hand zum Geschirr langsam erfolgen. Auch der Griff ins Geschirr sollte am Anfang eher seitlich passieren. Erst mit zunehmenden Trainingsstand wird die Position des Menschen verändert und es wird dann auch aus ungünstigen Winkeln (für den Hund) gearbeitet. Zum Trainingseinstieg sollte eine bedrohliche Körperhaltung des Menschen vermieden werden.

Achtung bei rückgerichteter Aggression

Bei Hunden, die schlechte Erfahrungen mit der Hand des Menschen gemacht haben oder die sehr starke rückgerichtete Aggression zeigen, sollte der Aufbau “Mensch greift ins Geschirr” deutlich langsamer und vorsichtiger aufgebaut werden. Der Hund sollte kein Meideverhalten zeigen, wenn eure Hand kommt. Mit Meideverhalten ist beispielsweise Kopf wegdrehen oder sogar weggehen gemeint. Der Hund soll entspannt stehen oder sitzen, später laufen. Wenn euer Hund sehr ängstlich ist, nehmt euch Zeit beim Aufbau des Reingreifens.

Zug aufbauen bedeutet je nach Hund: Das Geschirr ein wenig anheben, damit der Hund spürt, dass sich etwas tut und er nicht weiter nach vorne kommt. Der Zug muss dem Hund angepasst sein. Und ganz wichtig: Der Hund soll nicht nach hinten oder zur Seite weggezogen werden, durch den Zug am Geschirr wollen wir nicht die Position des Hundes verändern. Das ist ganz wichtig für einen korrekten Aufbau. Es geht bei diesem Zug um den Oppositionsreflex (Druck = Gegendruck), welcher durch klassische Konditionierung umgewandelt werden soll. Zug bitte nie nach oben aufbauen, denn nach oben kann der Hund nicht nachgeben. Besser seitlich nach hinten, in diese Richtung kann der Hund gut nachgeben.

Das Markersignal wird gegeben, sobald Zug aufgebaut wurde. Auf Stufe 2 erst, wenn der Hund nachgibt. Je nach Ausbildungsstand des Hundes und der Situation wird ein Umdrehen oder nur eine Gewichtsverlagerung “verlangt”. Hat der Hund einen schlechten Tag, dann gibt man sich einfach mit weniger zufrieden. Nicht linear denken. Arbeitet ihr mit Clicker, achtet darauf, nicht direkt hinter den Ohren des Hundes zu clicken. Warum? Probiert es einfach bei euren eigenen Ohren aus und ihr wisst, warum. Es empfiehlt sich beim Geschirrgriff mit Markersignal zu arbeiten, es erleichtert das Handling.

Den Zug weiterhin halten, während dem Hund ein Stück Futter gegeben wird. Hat der Hund aufgegessen, Geschirr loslassen und somit nehmen wir auch den Zug weg.

Ich empfehle euch allen: Lasst euch den Geschirrgriff von jemandem zeigen, der ihn schon oft praktiziert hat und der euch den korrekten Aufbau zeigt (möglichst ein Hundetrainer oder erfahrener Geschirrgriffler).

Was gibt es noch zu sagen?

Bei Hunden, die wenig empfindlich sind, ist der Aufbau des Geschirrgriffs um ihn mit Signal ohne Reingreifen verwenden zu können, eine Fleißarbeit. Bei diesen Hunden braucht ihr sehr viele Wiederholungen. Dabei ist wichtig: Immer nur 2 – 3 Mal hintereinander in kleinen Dosen und dafür mehrmals am Tag. Bei Hunden, die empfindlich sind, funktioniert das Signal im Freilauf sehr schnell.

Wenn der Hund an der langen Leine ist, ihr gebt das Signal für den Geschirrgriff und der Hund stoppt, wird sofort markiert. Die negative Konsequenz (Reingreifen) bleibt aus! Das ist ganz wichtig! Belohnt den Hund immer entweder bei euch oder nach hinten. Ich würde den Hund nie so belohnen, dass er die eben gegebene Grenze überschreiten muss. D.h. die Belohnung gibt es immer hinter dem Hund. Passend zur Motivation des Hundes könnt ihr als Belohnung einsetzen: Mäuschenspiel (Lauerspiel), Schauen nach Wild oder auch Suchspiele. Das kommt auf den Kontext der Situation drauf an.

Im Alltag:

Der Geschirrgriff lässt sich auch am Halsband praktizieren. Bitte verwendet keine dünnen Schnürchen, keine Ketten- oder Würgehalsbänder. Auch ohne Geschirr könnt ihr den Hund nach dem Signal vorne am Brustkorb mit der flachen Hand berühren und leichten Druck ausüben. Ideal vor dem Füttern, als Alternative zum 10-Minuten-Sitzen-müssen-und-warten. Geschirrgriff kann auch über Leinenzug (Mensch zieht) aufgebaut werden.

Für diesen Hund speziell ist der Zug am Geschirr zu sanft. Dani steht seitlich zu Shanti.
So spürt Shanti den Geschirrgriff.
Auch bei Teddy sieht man den Geschirrgriff deutlich.
Bei dieser Hundegröße muss sehr vorsichtig verfahren werden. Zu starker Zug kann den Hund aus dem Gleichgewicht bringen. Das wiederum ist sehr unangenehm für den Hund und kann schnell zu Meideverhalten führen.

Weitere Videos:

Geschirrgriff Level 2, Abwarten bis der Hund nachgibt, das wird mit Markersignal verstärkt:

Eine Möglichkeit zum Üben. Endziel ist es, Hetzverhalten unterbrechen zu können:

Es wird Futter / Spielzeug ausgelegt, alternativ könnt ihr auch eine zweite Person mit Reizangel verwenden. Es sollte etwas sein, dass der Hund attraktiv findet. Macht es dem Hund aber am Anfang bitte nicht zu schwer. Belohnt wird bei euch oder weg von der Ablenkung. Ist die Ablenkung ausgelegt, gebt ihr den Hund frei. An lockerer Leine gebt ihr euer Signal für den Geschirrgriff. Stoppt der Hund oder verringert er die Geschwindigkeit, Marker geben und gut belohnen. Stoppt der Hund nicht, stoppt ihr den Hund mit der Leine, baut Zug auf, haltet und wartet bis der Hund nachgibt. Dann folgt sofort Markersignal und Belohnung. Funktioniert dieses System, dann folgt nach dem Marker für das Stoppen noch ein zusätzliches Alternativverhalten. Beispielsweise: Sitz, Zwei-Finger-Touch, Suchpfiff mit nachfolgender Suchaufgabe (Verlorensuche auf der Rückspur, Flächensuche, Kleine Suche etc.).

Entschuldigt bitte die vielen Hunde auf den zwei Videos

Das Alternativverhalten ist sehr wichtig, denn das Geschirrgriff-Signal unterbricht lediglich das Verhalten für sehr kurze Zeit, es gibt dem Hund aber keine weitere Information darüber, welches Verhalten von uns Menschen erwünscht ist. Je nach Situation und Motivation des Hundes könnt ihr verschiedene Signale verwenden:

Sitz verwende ich viel im jagdlichen Kontext. Sehe ich an der Körpersprache des Hundes, dass der Hund etwas wittert und im Begriff ist in den Wald zu laufen, dann gebe ich mein Geschirrgriffsignal „Stop“ und danach folgt sofort das Alternativverhalten „Sitz“.

In anderen Situationen möchte ich, dass der Hund sich umwendet, dazu verwende ich gerne den Zwei-Finger-Touch. Dabei hat der Hund gelernt mit seiner Nase meine Finger zu berühren.

Wichtig ist: Das abgefragte Alternativverhalten muss über positive Verstärkung aufgebaut sein und der Hund muss es gerne ausführen.

Der Ablauf sieht dann folgendermaßen aus:

„Stop“ – Geschirrgriffsignal
Hund wird langsamer oder bleibt stehen
„Click“ – Markersignal
„Primaaaaa“ – verbales Lob
„Sitz“ – Alternativverhalten (oder ein anderes Signal)
„Click“ – Markersignal
Belohnung, passend zur Motivation des Hundes

Anwendung in der Hundegruppe

In diesem Video seht ihr, wie ich den Geschirrgriff auch in meiner Hundegruppe anwende. Der Border-Mix Lui besteigt Silver. Anstatt grob zu werden, den Hund anzuschreien oder Ähnliches, verwende ich den Geschirrgriff als Verhaltensunterbrecher. Lui bekommt als Alternativverhalten „Such Futter“ weg von Silver.

Aktiv mitwirken? Ich bitte darum! Habt ihr Videos zur Anwendung des Geschirrgriffsignals, dann postet gerne den Link mit einem Kommentar unter diesem Beitrag. Ich freue mich über Kommentare 🙂