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Meine Gründe für die Selbstständigkeit

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Ich habe mich mit jungen 20 Jahren selbstständig gemacht. Dies war ein Sprung ins kalte Wasser, ich hatte kein Vorwissen und so hat mich schon der Brief vom Finanzamt etwas überfordert. Ich habe mich Schritt für Schritt hinein gefitzt. Empfehlenswert? Leider eher nicht. Ein langsames Hineingleiten in die Selbstständigkeit empfinde ich dann doch als die bessere Variante.

Schau dir mein Video an und du erfährst mehr über meine Gründe, warum ich mich selbstständig gemacht habe als Hundesitter.

Nun frage ich dich: Was sind deine Gründe? Warum möchtest du dich selbstständig machen als Hundesitter? Warum hast du dich selbstständig gemacht? Ich freue mich über deinen Kommentar!

Du möchtest meine kostenlose PDF-Broschüre „Sei erfolgreich selbstständig als Hundesitter“ erhalten? Dann kannst du sie hier ganz unkompliziert anfordern.

Sei der Ruhepool in deiner Hundegruppe

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Die goldene Regel: Sei der Ruhepool in deiner Hundegruppe!

„So What?“, wenn ein Hund mal bellt?

Es sind Hunde! Sollen sie miauen? Wählt eure Dogwalking Strecken so aus, dass das Bellen keinen stört. Geht nicht in Wohngebieten oder in der unmittelbaren Nähe von Wohnhäusern. Auch bei Begegnungen mit Menschen und Hunden ist es mir schon passiert, dass ein Hund bellt. Im schlimmsten Falle entschuldigt euch, nehmt den Hund an die Leine und macht euch eine gedankliche Notiz „Training nötig – Schleppleine“. Stellt euch die Aufgabe: Woran kann ich als Hundesitter erkennen, dass der Hund gleich bellen wird (bevor er bellt)? Übt mit allen Hunden immer an einer guten Ansprechbarkeit (Umorientierungssignal). Die Hunde, die oft bellen: Übt auch an der Unterbrechbarkeit des Verhaltens (z.B. durch ein positiv aufgebautes Signal).

„So What?“, wenn eine Begegnung mit einem fremden Hund mal nicht so läuft, wie sie laufen sollte?

Nicht jede Hundebegegnung läuft komplett harmonisch ab.

Hundebegegnungen sind sehr schlecht steuerbar. Zum Einen natürlich Faktor Hund: Rüde oder Hündin? Kastriert oder intakt? Aber neben dem Hund kommt auch der dazugehörige Mensch noch als Faktor hinzu. Daher grämt euch nicht, wenn eine Begegnung mal nicht so gut läuft. Überlegt euch: Was kann ich verändern? Ist es immer ein bestimmter Hund, der fremden Hunden aggressiv gestimmt ist? Wenn die Antwort hier „JA“ lautet, würde ich persönlich diesen Hund auf Dauer nicht in meiner Hundegruppe behalten, denn es gibt Hunde, die bedeuten Stress für mich und reißen mich aus meinem Ruhepool. Darunter leiden alle Hunde! Vorher steht natürlich Training auf dem Plan. Hundebegegnungen können und müssen geübt werden. Natürlich ist auch bis zu einem bestimmten Punkt Management möglich: Hundebegegnungen einfach aus dem Weg gehen bis der Ruhepool wieder hergestellt ist.

„So What?“, wenn ein Hund mal kurz im Wald verschwindet?

Mitten im Wald sind viele Hunde jagdlich motiviert

Hier liegt die Betonung auf kurz! Ruhig bleiben und den Hund rufen. Ein gut aufgebautes Rückrufsignal ist einfach Gold wert und jeder Hundesitter sollte dies über positive Trainingstechniken mit seiner Hundegruppe trainieren. Ist der Hund wieder da, kommt er an die Leine. Auch in diesem Fall hilft eine gedankliche Notiz „Schleppleine – Antijagdtraining“. Die Leine sollte möglichst lang sein, damit der Hund sich noch gut bewegen kann. Ich mache trainiere im Wald verschiedene Dinge: Auf dem Weg bleiben, auf Signal aus dem Wald rausgehen, Rückruf (da ist es wieder!) und Belohnungen, die zur jagdlichen Motivation der Hunde passen. Jeder Hund sollte immer eine Marke mit der Telefonnummer des Hundesitters haben.

„So What?“, wenn die Hunde ihre Ohren Zuhause gelassen haben?

 

Nemos Ohren machen ab und an gerne, was sie wollen 😉

Puh! Da sollte man besonders ruhig bleiben und sich nicht verunsichern lassen. Sind alle Hunde gut verträglich, bleiben in der Nähe und sind auch freundlich gegenüber Menschen – dann genieße ich die Ruhe, achte auf die Hunde. Verstärke gutes Verhalten und lasse die Hunde einfach eine Zeit lang machen. Die meisten Hunde kommen nach kurzer Zeit und möchten Aufmerksamkeit von mir – year! Das kann ich verstärken! Hunde, die Probleme mit fremden Hunden und / oder Menschen haben oder jagdlich motiviert sind, kommen an eine längere Leine und auch hier wird jedes gute Verhalten verstärkt. Nichts erzwingen. Im schlimmsten Falle sind 80% der Hunde an der Leine und der Spaziergang besteht aus Schnüffeln für die Hunde.

„So What?“, wenn die Hunde an einem Montag einfach nur Schwachsinn im Kopf haben?

Auch mit mehreren Schleppleinen kann man laufen – während die Hunde schnüffeln, fitzt Mensch einfach wieder aus.

Ich würde sagen: Das ist normal 😉 Verwandelt den Schwachsinn in kleine Übungen mit euren Hunden, die Spaß machen. Lasst die Hunde auf Baumstämme und -stümpfe springen, lasst sie balancieren, versteckt Leckerlies auf dem Boden zwischen Unterholz neben dem Weg, versteckt Leckerlies an Bäumen, … Erkundet neue Wege mit den Hunden und macht den Quatsch der Hunde doch einfach mal mit (natürlich nur bis zu einem bestimmten Grad).

Egal, was passiert: Ruhig bleiben! Nicht die Nerven verlieren!

Webiview „Wenn der Hund nicht teilen will“

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Am 01.02.2017 findet das nächste Webiview „Wenn der Hund nicht teilen will“ mit Martina Maier-Schmid & Anne Rosengrün statt. In diesem Webiview erzählt uns Martina von ihrem Labrador Ben. Als er einzog, hat er Ressourcen verteidigt und gebissen. Heute ist der Umgang mit Futter, Spielzeug und Co. (fast) unkompliziert. Martina wird uns über ihre Erlebnisse berichten und auch, warum sie niemals aufgegeben hat.

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Begegnungen mit Joggern, Radfahrern und Walkern

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Heute zu meiner Morgenrunde hatte ich insgesamt 10 Hunde dabei. 9 Hunde eingespielt, 1 Hund neu dabei. Meine Stammgruppe waren heute Morgen: Labradore Bonanza und Bandit, Golden Retriever Felix, Beagle Mädels Princhi und Emili, Kleinpudel Snoopy und die Mischlinge Meeka, Luna und Pips. Ganz neu heute war das Goldendoodle Mädchen Heidi, gerade mal 5 Monate alt und schon sehr taff. Heidi habe ich heute Morgen erst kennen gelernt, das ging leider nicht anders. Da sie aber sehr aufgeschlossen zu Menschen und Hunden ist, fand sie den Tag mit mir und meiner Hundegruppe ganz toll. Die Integration in alle Gruppen verlief ohne Probleme, unspektakulär würde ich sagen. Das war heute das erste Erlebnis, für die Hunde hätte es gereicht, aber die Umwelt lässt sich nicht kontrollieren.

Leckerlies? Nehmen wir gerne 🙂

Da ich für meine erste Gruppe Luna als letztes abgeholt habe, sie wohnt in der Südstadt, bin ich mit meiner bunten Hundegruppe an den Russenwiesen spazieren gegangen. Dort sind zwei große Wiesen von Wald umgeben. Ich variiere die Wegstrecke immer nach Lust und Laune. Normalerweise haben wir zwischen 3 und 5 Begegnungen mit verschiedenen „Menschentypen“: Radfahrern, Walkern, Joggern und einzelnen Hunden mit ihren Menschen. Heute war es irgendwie anders 😉

Der erste Weg ist meist sehr ruhig, so können die Hunde in aller Ruhe ihren Geschäften nachgehen. Das fand ich gerade heute sehr wichtig, da Heidi ja neu dabei war und somit alle Hunde genügend Zeit haben müssen um sich in Ruhe beschnüffeln können. Das Kennenlernen ist sehr wichtig. Ich habe das Kennenlernen in meinen Hundegruppen sehr stark ritualisiert. Das Prozedere ist immer gleich. Ich versuche bei neuen Hunden immer so zu parken, dass ich die Hunde nicht an der kurzen 2m-Leine führen muss. Das war auch heute der Fall. Zuerst bereite ich mich vor: Leckerlies, Pfeife, Schuhe, Leinen. Dann kommen die Hunde. In diesem Fall hat Pips der süßen Heidi sein Geschirr geliehen, das habe ich ihr angezogen, Schleppleine dran, dann musste Heidi noch kurz warten, es durften die alten Hasen aussteigen und dann war Heidi an der Reihe.

Mein Ritual ist simpel und doch sehr wirkungsvoll. Die alten Hunde dürfen zuerst aussteigen, damit ich meine Aufmerksamkeit nach dem Aussteigen des neuen Hundes nicht noch einmal teilen muss, wenn ein anderer Hund aussteigt (Box aufmachen und wieder schließen). Ich habe meinen Hunden Futter auf den Boden gestreut, etwas vom Auto entfernt, dann durfte die kleine Heidi aussteigen. Ich achte darauf, dass nicht alle Hunde gleichzeitig schnüffeln, das ist oft zu viel für den neuen Hund. Lieber ein Hund nach dem Anderen. Das klappt gut mit Markersignal und Futter wegwerfen. Das habe ich schon sehr oft geübt, denn ich habe ja immer wieder neue Hunde dabei.

Hier seht ihr ein Video kurz nach dem Loslaufen. Ich übe sehr schnell mit Heidi das Reagieren auf ihren Namen und das Konditionieren des Markersignals. Heidi bekommt ein paar mehr Leckerlies als die alten Hasen. Nach dieser kurzen Einarbeitung reagierte Heidi schon sehr schön auf ihren Namen. Das Markersignal verwende ich einfach im Alltag und gebe dem neuen Hund, in diesem Fall Heidi, das Leckerlie bzw. die Belohnung als Erstes.

Nun aber zu den Begegnungen, denn darum geht es ja eigentlich in diesem Blogbeitrag!

Generell verwende ich verschiedene Trainingswerkzeuge, wenn mir Jogger, Radfahrer, Walker, Menschen mit Hunden, … entgegenkommen oder uns überholen.

Zeigen & Benennen ist ein sehr wichtiges Trainingswerkzeug in diesem Zusammenhang. Dabei werden die Hunde markiert (mit dem Markerwort, meines ist „CLICK“), sobald ein Hund den entgegenkommenden Reiz entdeckt hat. Wichtig ist, dass ich nicht warte bis alle 10 Hunde den Reiz wahrgenommen haben, sondern ich markere schon, wenn der erste Hund den Reiz anschaut. Mit der Belohnung schaffe ich mit allen Hunden gemeinsam ein wenig Distanz, in diesem Falle immer zur Seite. Diese Übung hat mehrere Vorteile:

  • die Hunde lernen, dass sich Stehen und Schauen lohnt
  • die Hunde erlernen Impulskontrolle an Auslöserreizen
  • die Hunde bleiben länger stehen, das Durchstarten wird verhindert
  • Der Mensch hat mehr Reaktionszeit
  • Es findet eine Gegenkonditionierung statt
Gemeinsam Stehen & Schauen: Nina (Mischling), Nemo (Mischling) und Princhi (Beagle)

Es finden sich bestimmt noch mehr Vorteile, wenn man (ich) nicht schon 3 Dogwalking Touren à 1,5 Stunden gelaufen wäre 😀 Auf alle Fälle ist das Zeigen & Benennen ganz wichtig. Es funktioniert nur, wenn der Mensch die Körpersprache des Hundes gut lesen kann. Denn an der Körpersprache der Hunde könnt ihr erkennen, ob etwas kommt und wie eure Hunde darauf gestimmt sind. Es ist also gar nicht notwendig, dass ich den Radfahrer, Jogger oder whatever sehe, ich muss nur meine Hunde gut beobachten und die Orientierungsreaktion erkennen. Dann kann ich das Verhalten markieren und mit der Belohnung funktional belohnen. Die Belohnung muss für den Hund eine Funktion erfüllen, dies muss zu der Situation passen.

Beispiel: Ich belohne meine Hunde im Bereich Jagdverhalten (welches sie in Ansätzen zeigen, also wieder stehen, schauen und hier auch wittern) anders als heute Morgen bei den Begegnungen mit den Joggern, Walkern und Radfahrern.

Bei unseren Begegnungen heute Morgen rufe ich meine Hunde nach dem Markersignal ran, dazu lobe ich sie, motiviere sie zu mir zu kommen oder gebe mein Umorientierungssignal gekoppelt mit meinem Ankersignal (Hier + Hopp, Hopp, Hopp). Dann gehe ich mit den Hunden ein Stück rechts oder links des Weges und belohne die Hunde dafür. Das Leckerlie gibt es also nicht sofort nach dem Markersignal an Ort und Stelle, sondern ich begebe mich zuerst an den Wegesrand und dort belohne ich die Hunde dann großzügig. Die Hunde bekommen nach dem Markersignal noch eine Information darüber, wo sie sich hinsetzen bzw. hinstellen sollen, wenn der Jogger, Walker oder Radfahrer kommt. Ich muss gar nicht weit zur Seite gehen. Ich muss zur so weit zur Seite gehen, dass der Mensch uns in Ruhe passieren kann.

Der doppelte Rückruf ist ein sehr wirkungsvolles Werkzeug und sollte häufig geübt werden.

Dieses spezielle Vorgehen wende ich bei jedem Menschen an, der auf uns zukommt. So kann es auch passieren, dass ich auf einem bestimmten Weg nicht mit Walkern rechne, wie heute. Wir waren gerade auf der ersten Wiese, meine Hunde neigen in diesem Moment zum gemeinsamen Rennen und wir genießen gemeinsam die andere Umgebung. Ich habe die zwei Walker nicht erwartet und auch nicht kommen sehen. Auch meine Hunde haben keine eindeutigen, körpersprachlichen Anzeichen gezeigt, dass etwas kommt. In diesen Situationen benutze ich meine gut aufgebauten Signale für Umorientierung und das dazu gehörende Ankersignal. Damit habe ich meine Hunde ein Stück zur Seite genommen und habe sie belohnt für ruhiges Stehen oder Sitzen während die Walker an uns vorbei gelaufen sind. Wir haben diese zwei Walker noch einmal auf unserer heutigen Tour getroffen und ich wurde sehr gelobt, dass ich so gut hörende Hunde habe.

Heidi hatte heute ihren ersten Tag bei uns

Neue Hunde, wie die kleine Heidi, bekommen bei mir erst einmal eine Schleppleine um. So ist Heidi abgesichert und kann in aller Ruhe die Spielregeln bei mir erlernen. Die meisten Hunde finden meine Futterbelohnungen sehr toll und nehmen dieses Training sehr schnell an.

Heute hatten wir sehr viele Begegnungen, das Wetter war besser als angekündet, vielleicht lag es daran?

Ich kann mit meinen Hunden rein theoretisch auch einfach an den Joggern und Co. vorbeilaufen, aber ich möchte Rücksicht auf meine Mitmenschen nehmen, denn meine Hunde laufen nah bei mir, aber nicht so nah. Sie würden den Menschen nichts tun, aber 10 Hunde nehmen mehr als die Hälfte eines Waldweges ein und so nehme ich meine Hunde lieber zur Seite. Egal, wie oft wir das geübt haben, es ist und bleibt anstrengend für die Hunde. Daran denke ich immer und gestalte – wenn möglich – nicht jede Tour so erlebnisreich wie unsere heutige Morgenrunde.

Hunde haben wir übrigens auch getroffen. Mehrere Hunde haben wir gesehen, wir sind ihnen nicht begegnet. Ein Hund haben wir begegnet, denn er kam uns auf dem Weg entgegen. Mit Markersignal und ganz viel verbalem Lob und ein paar Leckerlies, die ich zur Seite geworfen habe. Auch hier achte ich wieder darauf, dass nicht alle Hunde gleichzeitig am fremden Hund schnüffeln. Nach einem kurzen Schwatz von Mensch zu Mensch sind wir weiter gelaufen.

Übrigens: Mit dieser Methode trainiere ich es auch, das Passanten uns ansprechen und die Hunde ruhig bleiben. Von einem kurzen Gruß, über ein Danke und ein kurzes Gespräch ist alles dabei. Ich werde oft angesprochen, auch heute wurde ich oft angesprochen. Für meine Hundegruppe ist dies ganz normal.

2. Übrigens: Ich arbeite sehr selten mit einem „Bleib“, denn dies bringt die Hunde meist unter starker Spannung. Auch lasse ich die Hunde mit dem Rücken zu den Menschen sitzen (generell bei allen Auslösern). Dieses spezielle Sitzen trägt den Namen „Deeskalierendes Sitzen“, denn die Hunde können nicht starren. Es wird jeder Blickkontakt mit dem Markersignal verstärkt.

Das „10-Leckerchen-Spiel“

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Heute möchte ich euch das 10-Leckerchen-Spiel vorstellen.

Dieses tolle Spiel könnt ihr mit 1, 2, 3 oder mehr Hunden spielen 🙂

Zur Veranschaulichung zuerst ein Video von mir, Nemo und Pips. Hier spielen wir das 10-Leckerlie-Spiel im Wald. Nemo findet Wald immer sehr spannend. Pips ist am Anfang noch nicht aufmerksam und kommt durch das Zählen ganz schnell.

Das 10-Leckerlie-Spiel besteht aus zwei verschiedenen Komponenten:

1. Das Zählen

2. Die Belohnungssequenz

Das Zählen

Wie weit man zählt, hängt vom Hund ab! Meine Hunde können schön warten bis ich bis 10 gezählt habe. Fällt es einem Hund schwer, solange zu warten, kann man gerne nur bis 2 oder 3 zählen und langsam erhöhen. Der Hund soll beim Aufbau des 10-Leckerlie-Spiels in der Nähe des Menschen sein. Er darf sitzen, stehen oder liegen.
Springt der Hund oder fängt an zu bellen oder zeigt Desinteresse (z.B. geht er weg), dann erhält der Hund einen Negativmarker wie z.B. „Schade“, die abgezählten Leckerlies werden zurück in die Leckerlietasche gelegt, der Mensch dreht sich vom Hund weg und das Spiel beginnt von vorne – der Hund soll eine zweite Chance bekommen! Es geht nicht darum, dass der Hund ständig Misserfolg hat, daher wird nun sehr kurz gezählt (und sei es nur bis 1), kürzer als beim vorherigen Mal, denn der Hund soll Erfolg haben.

Nach dem Aufbau kann man den Hund heranzählen. Wie es auf meinem Video mit Pips zu sehen ist.

Das zählen endet mit dem Markersignal und läutet den zweiten Teil des Spiels ein: Die Belohnungssequenz

Nach dem Markersignal für ruhiges Warten, fliegt das erste Leckerlie. Sobald der Hund gefressen hat und sich wieder zum Menschen wendet, wird wieder markiert und das nächste Leckerlie fliegt in eine andere Richtung bis alle Leckerlies verbraucht sind.

Dieses Spiel eignet sich sehr gut um das Markersignal gut zu verknüpfen und es aufzuladen.

Varianten des Spiels:

  • Einfügen des Umorientierungssignals (kurz nach dem Fressen des Leckerlies)
  • Einfügen des Umorientierungssignals und des Ankersignals (hier eignen sich größere Leckerlies, die weit fliegen – das Markersignal erfolgt, wenn der Hund beim Menschen ist)
  • Verschiedene Belohnungen einsetzen: Beim Zählen nicht nur Leckerlies abzählen, sondern auch verschiedenes Spielzeug (Ball, Zergel) und verschiedene Futterbelohnungen – so wird das Spiel noch bunter!
  • Nach dem Aufbau kann das Spiel dort angewendet werden, wo es dem Hund schwer fällt, sich am Menschen zu orientieren
  • Das Lauerspiel kann mit eingebaut werden

Der Fantasie des Menschen sind keine Grenzen gesetzt!

Mit mehreren Hunden sollte jeder Hund vor dem Werfen mit seinem Namen angesprochen werden, damit nicht zwei Hunde einem Leckerlie hinterherlaufen. Die Leckerlies sollten in verschiedene Richtungen geworfen werden. Während der eine Hund seinem Leckerlie hinterherläuft, kann der andere Hund belohnt werden.

Das Markersignal – ein wichtiges Werkzeug

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Das Markersignal ist mein wichtigstes Werkzeug im Umgang mit meiner Hundegruppe.

Der Clicker ist ein gut geeignetes Markersignal, es wird auch wahrgenommen, wenn es mal etwas lauter wird.

Es tut so viel und ist nicht wegzudenken in meiner Arbeit!

Das Markersignal

  • verstärkt erwünschtes Verhalten
  • macht gute Stimmung unter den Hunden
  • sorgt für eine klare Kommunikation zwischen mir und den Hundn
  • funktioniert auch auf Entfernung
  • kann als Verhaltensunterbrechung angewendet werden
  • lässt den Hund aus der Hundewelt in die Menschenwelt umswitchen
  • Hundeverhalten, welches vom Hund selbst ohne Signal ausgeführt wird, kann verstärkt werden (wie z.B. Schnüffeln, rennen, wälzen)
  • Doppelte Belohnung: Markersignal + nachfolgende Belohnung
  • Funktional Belohnen nach dem Markersignal

Jeder neue Hund lernt bei mir das Markersignal kennen und ich arbeite mit jedem Betreuungshund mit diesem tollen Signal. Dabei ist es egal, ob es der Hund schon kennt oder noch nie etwas davon gehört hat. Natürlich freue ich mich als Hundesitter, wenn ich Hunde in die Betreuung bekomme, die genauso arbeiten wie ich selbst, aber das ist kein Muss. Das ist eher das Sahnehäubchen auf dem Stück Kuchen 😉 Hunde sind sehr lernfähig und verstehen das Prinzip des Markertrainings sehr schnell. So kann ich von Anfang an erwünschtes Verhalten eines neuen Hundes (und natürlich von jedem anderen Hund auch) positiv beeinflussen.

In einer größeren Hundegruppe, wie ich sie oft habe, ist es manchmal schwer die Belohnungen stark zu variieren. Mit einem einzelnen Hund habe ich unendlich viele Möglichkeiten an Belohnungen, wenn ich denn als Mensch kreativ bin. In der Hundegruppe gestaltet sich dieses etwas schwieriger. Zum Einen durch meine eigene Aufmerksamkeitsteilung bei mehreren Hunden, zum Anderen muss ich immer ein Auge auf Ressourcenverteidigung haben. Ich darf nicht aus den Augen verlieren, dass sich Hunde genauso wie Kinder in die Haare bekommen können, wenn zwei oder drei Hunde einen Ball haben möchten oder ich Belohnungen verwende, die nicht sofort aufgefressen werden. Futter ist natürlich das Einfachste als Belohnung, kann ich immer mitnehmen und ist schnell gegeben.

Sei kreativ bei der Arbeit mit deinem Hund 🙂

Ich gebe auch ganz ehrlich zu: Ich arbeite sehr, sehr gerne mit Futter! Aber trotzdem möchte ich mir andere Belohnungsmöglichkeiten offen halten, damit es für meine Hunde auch in der Gruppe spannend bleibt. So gebe ich mir Mühe und belohne meine Hunde variabel:

  • Futter gibt es nicht immer ins Maul, es wird in die Wiese gestreut zum Suchen, ich werfe einzelne Futterstücke und lasse die Hunde hinterherflitzen, jeden Hund in eine andere Richtung oder ich werfe es den Hunden im Bogen zu, so dass sie es fangen müssen
  • verbales Lob setze ich zwischendurch immer wieder ein, das finden meine Hunde doof 😉 Es frustriert die Hunde ein wenig, dadurch erlernen sie Frustrationstoleranz und ich kann in Hundebegegnungen markieren und verbal belohnen ohne noch Futter ins Spiel bringen zu müssen
  • Lächeln ist genauso beliebt wie verbales Lob 😉 Das können sie nicht essen und sie finden es zwar super, aber vielleicht sollte ich etwas griesgrämiger durch die Welt laufen? Dann würde es wahrscheinlich auch eine bessere Wirkung erzielen …
  • Ball und anderes Spielzeug, welches geworfen wird, ob auf der Wiese oder auf dem Land ist bei ca. 50% der Hunde sehr beliebt! Darauf stehen die Balljunkies. Dadurch haben wir leider einen hohen Spielzeugverschleiß …
  • Laufen dürfen, finden die Hunde solala – sie dürfen ja eh laufen wie sie lustig sind, außer es sind unübersichtliche Wege und dann sollen sie wieder laufen? Na ja, sie machen es, aber ein Leckerlie wäre ihnen doch lieber
  • Tricks führen meine Hunde gerne aus, manchmal ist es nur etwas schwierig das richtige Signal zu finden 😉 am meisten bei nicht-deutschsprachigen Hunden
  • Rennen – darauf stehen lauffreudige Hunde und ist super einfach aufzubauen und anzuwenden
  • Wasser ist im Sommer eine große Belohnung, am meisten für meine Wasserratten
  • Streicheln ist für alle Hunde eine Belohnung, die sich gerne anfassen lassen
  • Um die Beine streichen tun alle Hunde gern, denen es gut tut. Oft sind diese Hunde sehr erregt
  • Hand auflegen mögen viele Hunde. Am besten die flache Hand ohne viel Bewegung (ähnlich den isometrischen Übungen)

Nun noch drei Videos.

Im Video Nummer 1 seht ihr mich mit meiner Hundegruppe, das war letztes Jahr (2013). Ich verwende das Namensspiel beim Belohnen, die Hunde lernen ruhiges Abwarten während der Leckerlievergabe. Das ist wichtig, damit kein Hund zu kurz kommt. Nicht jeder Hund schafft es anfangs gut zu warten. Ich habe hier verschiedene Möglichkeiten um das zu trainieren.

Dieses Video zeigt die Dobermannhündin Romy. Sie war immer sehr erregt und oft überfordert mit der Gruppensituation. Ich habe viel mit ihr gearbeitet. Hier seht ihr die Übung „Zeigen & Benennen“ einmal innerhalb der Gruppe bei spielenden Hunden und einmal bei einem liegenden Hund in der Gruppe. Romy wird markiert und verstärkt für Stehen und Schauen. Damit wird Impulskontrolle aufgebaut und das erwünschte Verhalten. Das ist für Hibbelhunde gar nicht so einfach und sollte daher gut verstärkt werden. Ich sichere sie mit einer Schleppleine ab, denn sie soll nicht hinterherrennen und das ist ihr nicht immer gelungen 😉

In diesem Video mache ich es Romy anfangs etwas schwieriger. Nach dem Markersignal möchte ich gerne, dass sie sich wieder hinsetzt. Das fällt ihr schwer.  Zum Abschluss darf sie nach dem Leckerlie hüpfen, das macht sie sehr gerne.

Den anderen Hund sieht man nicht gut, der liegt unter dem Baum im Schatten.

Ich freue mich auf eure Kommentare! Möchtest ihr mir euer Video zeigen? Dann immer her damit, ich freue mich.

Rennspiele – Spielverhalten beim Hund Teil 3

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In diesem Artikel möchte ich wieder über Spielverhalten schreiben. Diesmal über eine ganz bestimmte Art von Hundespiel: Rennspiele!

Die meisten Hunde bewegen sich deutlich schneller als wir Menschen. Es gibt drei grundlegende Gangarten: Schritt, Trab und Galopp. Ist ein Hund gesund, bewegt er sich in allen drei Gangarten (tut er es nicht, sollte der Bewegungsapparat durchgecheckt werden). Im heutigen Artikel geht es um den Galopp, denn diese Gangart benutzen Hunde bei Rennspielen.

Wer seinen Hund schon dabei beobachtet hat, wie er große Kreise in schneller Geschwindigkeit rennt, der sieht ganz deutlich: Das macht Spaß! Hunde rennen sowohl alleine als auch zu zweit und zu mehreren. Je schneller ein Hund ist, desto mehr Freude hat er am Rennen. Je nach Rasse und Hundetyp gibt es natürlich Unterschiede. Windhunde und Jagdhundtypen bewegen sich meist sehr gerne, in sehr großen Kreisen und sehr schnell. Typen wie z.B. die Englische Bulldogge können durch ihren Körperbau gar nicht so schnell rennen wie ein Deutsch Kurzhaar.

Schwierigkeiten bei Rennspielen:

– durch die hohe Geschwindigkeit besteht eine höhere Verletztungsgefahr für die Hunde (und den Menschen!) als z.B. bei Balgspielen

– durch die hohe Geschwindigkeit steigt das Erregungsniveau sehr schnell -> Aggressionsverhalten wird wahrscheinlicher

– das Rennen kann schnell zum Hetzen oder Mobbing eines einzelnen Hundes übergehen

– Größenunterschiede unbedingt beachten! -> Nie einen Zwergenhund von einem großen Hund jagen lassen, das Risiko von Jagdverhalten ist zu groß

– Eingreifen durch den Menschen schwierig -> Die Hunde sind einfach zu weit weg!

– Schleppleinen können zu Verletzungen führen -> wenn die Schleppleine notwendig ist, dann okay. Wenn nicht, dann bitte abmachen!

„Hasenhund“ = der Hund, der gejagt wird, sozusagen der Hase

„Jäger / Jägerhund“ = der Hund, der jagt, der Jäger

Je mehr Hunde bei einem Rennspiel involviert sind, umso genauer sollte der Mensch hinschauen

Die Hunde rennen oft sehr schnell und dabei steigt das Erregungsniveau der beteiligten Hunde steil an. Es ist möglich, dass die Hunde nicht mehr ansprechbar sind und nicht auf Stopsignale oder den Rückruf reagieren. Dadurch kann sehr schnell ein einzelner Hund gejagt werden (keine Spielabsicht mehr zu erkennen), die Körpersprache des „Hasenhundes“ wird schnell übergangen und es ist kein Spiel mehr, sondern Mobbing. Das ist nicht angenehm für das Opfer und sollte unterbrochen werden. Das ist aber schwierig, wenn die Hunde sehr weit weg sind und der Mensch nur wenig machen kann. Aber natürlich kann man in jeder Situation trainieren:

Geschirrgriff: Das Signal für den Geschirrgriff ist ein Signal, welches den Hund in der Vorwärtsbewegung hemmt bzw. stoppt. Das Geschirrgriff-Signal bitte immer nur mit einem Hundetrainer aufbauen. Wenn ihr euch unsicher seid beim Aufbau bzw. bei der Anwendung vom Geschirrgriff, wendet euch bitte an einen guten Hundetrainer. Denkt bei der Anwendung daran: Der Geschirrgriff stoppt oder verringert Bewegung nach vorne, Alternativverhalten danach nicht vergessen (z.B. Stop -> Sitz).

Sitz-Pfiff: Der Hund soll sich auf einen Pfiff oder auf ein Wortsignal möglichst schnell hinsetzen, egal, wo er gerade ist. Der Hund lernt im ersten Schritt Sitz auf Entfernung, dabei soll der Hund sich dort hinsetzen, wo er gerade ist. Dieses Verhalten wird im zweiten Schritt mit einem Pfiff verknüpft. Wenn der Hund das Sitzen mit dem Menschen erlernt hat, gibt es noch einen alternativen Aufbau. Bitte wendet euch auch zum Aufbau des Sitz-Pfiffs an einen Hundetrainer. Solltet ihr in der verlinkten Liste (auf Hundetrainer klicken) keinen positiv arbeitenden Hundetrainer finden, dann könnt ihr mir gerne eine Nachricht schreiben.

Der sichere Hafen: Der Hund, der gejagt wird, soll lernen, dass er zum Menschen rennen kann und dort Hilfe bekommt. Natürlich wäre es super, wenn alle „Jägerhunde“ abrufbar oder stoppbar sind, aber das funktioniert erfahrungsgemäß nicht immer. Daher ist es praktisch, wenn der „Hasenhund“ lernt: Wenn es dir zu viel ist, dann kannst du zum Menschen rennen und bekommst Hilfe! Bitte niemals einen Hund, der einen anderen Hund beim Menschen abliefert oder der Schutz sucht beim Menschen einfach wieder wegschicken, sondern diesem Hund dann die Hilfe anbieten und helfend eingreifen.

Reinmarkern: Beim Reinmarkern wird das Markersignal (Clicker / Markerwort) als Abbruchsignal verwendet, es soll kein Verhalten verstärkt werden. Damit das Reinmarkern funktioniert, muss das Markersignal sehr gut aufgebaut und auch schon seit längerer Zeit angewendet werden. Zusätzlich sollte das Markersignal mit verschiedenen Belohnungen verknüpft sein. Reagieren die Hunde auf das Markersignal, dann mit etwas Beweglichem belohnen: Zerrspiel, Ball werfen / suchen lassen, Mäuschenspiel (Lauerübung), geworfene / gerollte Leckerlies etc.

Markieren vom Stehenbleiben: Genaues Verhalten markieren. Stehen bleiben (auch nur sehr kurz) markieren und stimmlich loben. Es kann auch markiert werden, wenn die Hunde mehr Abstand zueinander halten oder ein Hund bzw. die Hunde langsamer rennen. Immer an die Kleinschrittigkeit denken: Kurzes Stoppen ist schwierig für die Hunde, daher einfach überlegen, wie ihr zu diesem Verhalten kommen könnt und alles, was zu diesem Verhalten führt, markieren und verstärken (Shaping).

Leckerlies werfen: Die Leckerlies dienen als Störreiz, viele Hunde nehmen ihre Nase runter und fangen das Suchen an oder der „Hasenhund“ fängt das Suchen an und stoppt somit und die anderen Hunde können nun gestoppt werden. Wenn ihr noch mehr Hunde dabei habt und diese Hunde dem Futter nachgehen, wirken auch sie als Störreiz, unterbrechen kurz den Blickkontakt zum gejagten Hund bzw. blockieren den Weg.

Rausrufen: Klingt einfach, ist es aber gar nicht! Daher immer üben: Umorientierungssignal mit verschiedenen Belohnungen verknüpfen und die Hunde im Spiel immer wieder ansprechen, auch bei Rennspielen. Je mehr die Hunde es gewohnt sind, umso eher reagieren die Hunde auf das Umorientierungssignal. Natürlich könnt ihr zusätzlich auch das Ankersignal (Doppelter Rückruf) anwenden, wenn euer Hund dies beherrscht.

Den Hunden sollten Rennspiele nicht verboten werden, weil sie sich verletzten können. Das wäre genauso als würde man sein Kind nicht auf den Spielplatz lassen, weil das Kind sich verletzten könnte. Allerdings sollte man (also der Mensch) die Rennspiele von den Hunden nicht einfach laufen lassen, da die Hunde oft selbst nicht mehr dazu in der Lage sind, das Spiel ohne Aggressionsverhalten zu beenden. Dies können und sollten die Hunde aber lernen.

Natürlich ist auch bei Rennspielen auf die Körpersprache der Hunde zu achten: Rennen zwei Hunde parallel große Kreise, muss nicht (meist) nicht eingegriffen werden. Je lauter und schneller das Spiel wird, umso eher sollte freundlich eingegriffen werden.

Wenn der „Hasenhund“ abschnappt, sollte ihm dies nicht verboten werden! Das ist oft eine gute Strategie. Es sollten die „Jäger“ abgerufen werden und für jedes deeskalierende Verhalten verstärkt werden mit dem Markersignal. Es kann sich schnell eine Rauferei entwickeln, wenn einer der Hund auf das Abschnappen mit Aggressionsverhalten reagiert. Daher sollte immer jedes Weggehen oder Aussitzen (im übertragenen Sinne) verstärkt werden.

Mein Leitspruch: Lieber einmal zu viel das Spiel der Hunde unterbrochen als einmal zu wenig. Danach können die Hunde gerne weiterspielen.

Diese zwei Videos sind an dem Freitag entstanden, als die Idee mit dem Extra-Artikel zum Thema „Rennspiel“ kam. Das war irgendwie der Tag, den meine Hunde als „Renntag“ auserkoren hatten. Gute Nerven und viele Leckerlies helfen dann 😉

Spielende Hunde – immer gut beobachten! Teil 2

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Zu der normalen Besetzung kam heute noch die schwarze Labbi-Mix-Hündin Luna, unser Tagesgast, dazu. Die Maus ist ca. 8 Monate alt und ein totaler Wirbelwind. Zuki fand sie ganz toll und so hatte ich die Gelegenheit ein paar Videos zu drehen. Eigentlich wollte ich ganz nette „Zuki und Luna“ spielen Videos drehen … aber: Das Leben kommt immer anders als man denkt! Ich musste viel unterbrechen, viel unterstützen und aus Spiel wurde mehrmals Mobbing als Nemo mitgemischt hat.


Spielunterbrechung von Luna und Zuki

In solchen Situationen ist Ruhe und ein guter und schneller Blick auf die Körpersprache der Hunde Gold wert. Es ist nicht wichtig ALLES zu sehen bei den Hunden. Es ist wichtiger, die Stimmung und die Emotionen der Hunde schnell zu erfassen und eine Entscheidung zu treffen:

„Lasse ich die Hunde weiter spielen oder unterbreche ich das Spiel der Hunde kurz?“

Ein Spiel sollte sofort (wenn sofort möglich ist) unterbrochen werden, wenn sich ein Hund nicht mehr wohlfühlt und deutliche Angstanzeichen und / oder Erregungsanzeichen und / oder Aggressionsanzeichen zeigt. Häufig kommen folgende, körpersprachliche Signale in einem Spiel vor, dass ich dann unterbrechen würde:

  • Aufstellen der Nackenhaare über den ganzen Rücken oder nur am Schwanzansatz oder Nacken

Das Aufstellen der Nackenhaare, umgangssprachlich „Bürste“ genannt, ist eine reflexive Reaktion. Der Hund kann dies nicht willentlich steuern. Es ist ein Anzeichen dafür, dass das Erregungslevel angestiegen ist bzw. gerade ansteigt. Das Aufstellen der Nackenhaare kann weder verstärkt noch bestraft werden.

  • Hunde sind viel frontal, springen sich frontal an

Wenn Hunde sich frontal anspringen, dann ist das Spiel am Kippen zum Aggressionsverhalten. Die Stimmung der Hunde hat sich verändert und der Mensch sollte den Hunden eine kurze Auszeit geben:

  • Leckerlies suchen im Gras – beide Hunde etwas von einander getrennt
  • Kurze Ansprache mit Namen, danach bietet sich das 10-Leckerchen-Spiel an
  • Entspannungssignal geben, wenn beide Hunde dieses kennen
  • Spiel wird grob, ein Hund wird im Spiel umgerannt

Oft wird die Geräuschkulisse lauter, das Spiel unter den Hunden wird hektischer. Wird ein Hund umgerannt, ist dies ein deutliches Zeichen für ein zu hohes Erregungslevel des umrennenden Hundes. Er kann sich nicht mehr kontrollieren und das Spiel sollte kurzzeitig, über freundliche Methoden, unterbrochen werden.

  • Rollen werden nicht getauscht, ein Hund agiert und der andere Hund reagiert ohne Tausch der Rollen

Dies deutet darauf hin, dass ein Hund spielt, der zweite Hund (der „Hase“) sich nicht wohl fühlt und eigentlich Fluchtverhalten zeigt. Dies sollte unterbrochen werden (freundlich), denn beide Hunde sollen sich in Spielsituationen wohlfühlen.

  • fließendes Spiel ohne kurze Spielpausen (z.B. kurzes Innehalten mit / ohne Play Bow)

Hier in diesem Video sieht man ein Spiel zwischen zwei Junghunden. Beim Dackel erkennt man, am meisten am Anfang der Videosequenz, Anzeichen von Unwohlsein. Ein Spiel freundlich zu unterstützen und den Hunden immer wieder zu sagen, wie toll sie es machen, ist nie verkehrt. Wenn du dich jetzt fragst: Warum gebe ich so häufig mein Markersignal? Warum rufe ich die Hunde nicht einfach auseinander? Weil ich möchte, dass die Hunde in dieser Situation lernen. Durch das Markersignal erzeuge ich eine gute Stimmung, gleichzeitig versuche ich zusätzlich richtiges Verhalten zu verstärken. Diese Methode wirkt auf den ersten Blick erst einmal als „zulabern“, dabei gebe ich den Hunden lediglich die Chance ihr Verhalten zu regulieren und halte mich von meinen Aktionen so weit es geht im Hintergrund.

Dieses Video von den zwei jungen Hunden ist im späteren Verlauf des Spaziergangs entstanden. Es zeigt sehr schön, wie sich schon eine kleine Vertrauensbasis zwischen den Hunden entwickelt hat und was man in kürzester Zeit mit ein wenig Training erreichen kann.

  • Wildes Abschnappen, meist hört man die Zähne aufeinander schlagen

Kennt ihr das? Man hört die Zähne der Hunde mehrfach aufeinander schlagen! Unbedingt sofort unterbrechen. Der Hund ist überfordert in der Situation und dies ist ein deutliches Zeichen dafür, dass es kein Spiel (mehr) ist.

  • Hunde reagieren nicht mehr auf Ansprache / Marker / Lob

Dies deutet auf ein hohes Erregungslevel hin, der Hund kann sein erlerntes Wissen nicht mehr abrufen. Erregungslevel senken und Spiel kurzfristig unterbrechen.

  • Ein Hund wird von zwei oder mehr Hunden eingekesselt 

Das ist dann natürlich kein Spiel mehr, sondern Mobbing und sollte sofort unterbrochen werden. Neigt ein Hund zum Mobben, dann sollte dieser Hund eine kurze Schleppleine tragen und es sollte das Stoppen / Sitzen auf Signal mit diesem Hund geübt werden.

  • Ein schlechtes Bauchgefühl des Menschen (!!!)

Denn oft sehen wir mehr als wir denken und unser Unterbewusstsein wertet es aus bevor wir uns darüber wirklich im Klaren sind.

Mein Motto: Lieber einmal zu viel unterbrochen als einmal zu wenig.

Ich unterbreche Verhalten nicht mit Schreckreizen.

Bei mir wird Verhalten mit den Hilfsmitteln der positiven Verstärkung unterbrochen. Spiel lässt sich am Besten unterbrechen mit:

  • dem Markersignal: Clicker oder Markerwort, dieses Werkzeug ist einfach genial
  • einem Umorientierungssignal: die meisten Hunde reagieren auf ihren Namen oder Locklaute
  • Futter, welches geworfen wird: Das Futter wird zwischen / auf die spielenden Hunde geworfen, sobald die Hunde es riechen, hören sie meist auf zu spielen und können mit Ansprache gelenkt werden
  • Entspannungssignal (wenn es die Hunde kennen)

Natürlich kann man auch einen einzelnen Hund greifen, mit dem Geschirrgriff-Signal (siehe Artikel zum Geschirrgriff) stoppen und andere Signale aufbauen, wie ein Sitzen auf Distanz. Diese Werkzeuge müssen aber kleinschrittig trainiert werden und es dauert mehrere Wochen bis Monate bis diese Werkzeuge eingesetzt werden können in Spielsituationen. Für jeden Hundebesitzer empfiehlt sich der Aufbau dieser Werkzeuge.

Zusätzlich sollte jeder Hundebesitzer mit seinem Hund ein Entspannungswort konditionieren (mit Hundetrainer-Anleitung), denn auch damit lässt sich Spiel sehr gut unterbrechen.


All diese Werkzeuge bringen die meisten Hunde aber in der Hundebetreuung nicht mit. Die wenigsten Hunde, die zu mir kommen, kennen das Markersignal. Aber sie lernen es bei mir, denn dieses Element ist für mich zum Alltag geworden. Zusätzlich benutze ich die Signale, die die meisten Hunde von Haus aus mitbringen und meistens gut beherrschen.

Zwischendurch konnten Luna und Zuki schön spielen, die meiste Zeit brauchten die beiden Hündinnen Unterstützung. Die anderen Hunde lernen in dieser Zeit ebenfalls eine wichtige Lektion: Während zwei Hunde spielen, können sie sich bei mir für ruhiges Verhalten ein Leckerlie verdienen. So können zwei Hunde in Ruhe spielen ohne, dass sich andere Hunde einmischen, denn die Hunde lernen: Es spielen Hunde -> zu mir kommen und Leckerlie abholen und sitzen.

Beim zweiten Gassi haben wir heute Buddy kennengelernt. Er ist ein hübscher Mischlingsrüde, gerade mal 8 Monate alt. Er fand Luna ganz toll und alle anderen Hunde auch. Habe ich schon einmal gesagt, dass meine Hunde einfach ganz toll sind 🙂 Luna und Buddy fanden sich toll, das macht wohl auch das Alter. Die anderen Hunde sind deutlich älter und nicht mehr so spielwütig wie Luna. Bei Zuki war dann am Nachmittagsgassi auch schon die Puste raus.

Fazit: Spielende Hunde sollten gut beobachtet werden. Es ist keine gute Idee, wenn die Menschen quasselnd daneben stehen und keinen Blick für die Hunde haben. Die kleinen Anzeichen für den Anstieg des Erregungsniveaus und das Kippen von einem freundlichen Spiel zu Aggressionsverhalten passiert nicht ohne Warnzeichen. Nur diese Warnzeichen müssen wir Menschen erkennen um unseren Hunden helfen zu können.

Hunde sollten viel Kontakt haben zu unterschiedlichen Hunden. Sie sollten Möglichkeiten haben um Spielen zu üben. Es gibt durchaus Hunde, die einfach zu wenig Erfahrung haben um schön zu spielen.

Beim Spiel entstehen so schnell Missverständnisse. Daher sehe ich mich selbst als Dolmetscher und Vermittler, als Lehrer und Helfer. Ich halte mich so weit möglich im Hintergrund und greife ein, wenn ich Anzeichen von Unbehagen bei einem oder mehreren Hunden sehe.

Spielverhalten – Körpersprache beobachten lernen Teil 1

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Schönes Spiel zwischen Hunden muss vom Menschen nicht unterbrochen werden, denn Hunde sollten spielen, wenn sie es möchten. Es macht den Hunden Spaß und für viele Hunde erheitert es den Alltag. Aber ein komplett harmonisches Spiel zwischen zwei oder mehr Hunden erlebe ich selten. Daher ist es wichtig, den Hunden Hilfestellungen an die Hand zu geben.

Um überhaupt Hilfestellung geben zu können, muss der Mensch sich im Beobachten von der hundlichen Körpersprache schulen. Nicht nur gucken, sondern hinschauen. Videoaufnahmen sind genial zum Üben, denn ihr könnt sie so oft ihr wollt abspielen und sie euch auch in Zeitlupe anschauen. Das geht im normalen Alltag nicht. Da müsst ihr schnell eine Entscheidung treffen und müsst darauf vertrauen, dass euer Unterbewusstsein mehr wahrgenommen habt als ihr denkt.

Nun denn, schauen wir Video. Wer mag, kann diesen Beitrag gerne damit kommentieren, was euch auffällt und was ihr Interessantes seht. Geht auch bei Facebook oder per E-Mail.

Video 1:

Im Video seht ihr Buddy, 8 Monate alter unkastrierter Mischling (braun) und Luna, 8 Monate alte unkastrierte Labrador-Mischlingshündin (schwarz)

Ihr seht, dass Buddy durchaus Interesse an der hinteren Körperpartie von Luna hat, sie damit aber kein Problem hat, sie war noch nicht läufig und hat somit mit Rüden noch keine schlechten Erfahrungen gemacht. Die Hunde spielen zum Teil im Liegen und sind zwischendurch parallel. Da Buddy Luna nicht stark bedrängt und sie keine Stressanzeichen zeigt, muss man das Spiel nicht sofort unterbrechen. Die kurze Spielpause (0:10) lobe ich, das Spielende markere ich. Das Futter werfe ich so, dass die Hunde sich etwas entfernen voneinander.

Hier seht ihr Pepe (klein und braun) und Zuki (schwarze Hündin, Labrador-Bulldoggen-Mix), beide Hunde sind kastriert. Zuki spielt sehr körperbetont, sie springt seitlich bzw. von oben gerne in die Nackenregion von den Hunden. Damit kommen die Hunde nicht unbedingt gut klar. Auf diesem Video sieht man sehr gut Stressanzeichen: Niesen (0:06) und Schütteln. Die Hunde passen von Größe und Gewicht nicht optimal zusammen. Im Verlauf des Videos wechseln die Hunde zwischen parallel und frontal, Pepe zeigt immer wieder Stressanzeichen (Schmerzen?) und züngelt (0:22) als Zuki starr steht und ihre Schnauze in seinen Nacken hält.

Ich unterbreche das Spiel mit dem Markersignal und streue den Hunden Futter.

Dieses Spiel sollte man nicht ohne Unterstützung des Menschen laufen lassen. Es kann eskalieren, wenn Pepe sich wehrt und Zuki auf seine Aggression ebenfalls mit Aggression reagiert. Auch, wenn das nicht passieren muss, wäre die Erfahrung für beide Hunde nicht gut.

Zwei junge Rüden: Moppi, der Mops und Jacky, ein kleiner Jack Russel. Beide Hunde befinden sich in der Adoleszenz (= Erwachsen werden, die Entwicklung vom jungen zum erwachsenen Hund), ich weiß leider nicht mehr, wie alt die Hunde zu diesem Zeitpunkt waren.

Hier ist zu sehen, dass Moppi Sexualverhalten zeigt und versucht aufzureiten. Jacky zeigt leichte Angstanzeichen (Schwanz beachten) und wälzt sich (Entspannungsverhalten?), geht aber schon auf Moppi spielerisch ein. Das Schütteln (0:16) deutet darauf hin, dass es etwas stressig für Jacky ist.

Das vorletzte Video. Diesmal ganz andere Hundetypen: Drei Labradore. Links: Schwarzer Rüde, in der Mitte eine blonde, junge Hündin (war noch nicht läufig) und außen eine schwarze Hündin. Alle drei Hunde haben ein Spielzeug. Der Rüde hat den Ball, die Mädels die Schnur. Sie rennen damit herum und zerren daran.

So ein Spiel kann man laufen lassen. Erregung erkennt man daran, wenn ein Hund mehr und lauter knurrt (0:06 und 0:16ff), dann ist es immer besser das Spiel zu unterbrechen, da es möglich ist, dass das Spiel in Aggressionsverhalten umschlägt (muss nicht zwingend sein). Unterbrechen kann man bei Hunden, die keine Futterressourcenverteidigung zeigen mit geworfenen Leckerlies. Dabei sollte man die Hunde nicht so bewerfen, dass sie sich erschrecken, denn sonst wirkt das Futter als Schreckreiz und das wollen wir nicht. Sind die Hunde es nicht gewohnt, lieber tief und seitlich werfen. Wenn die Hunde es können: Geschirrgriff- und / oder Entspannungssignal.

Die fliegenden Leckerlies seht ihr ab 0:35.

Ein anderes Zeichen für gutes Spiel an Ressourcen: Die Hunde sind parallel oder ein Hund zeigt self-handicapping. Das bedeutet, dass ein Hund nicht seine volle Kraft nutzt und z.B. im Liegen zergelt, dabei ist diese Position sehr ungünstig für ihn. Auch die Vorderkörpertiefstellung (Play Bow) ist ein deutliches Zeichen für Spielen (0:12). Das kann dann natürlich gerne gemarkert und verbal gelobt werden (die Hunde müssen also nicht ihr Spiel unterbrechen).

Bei Hunden mit bekannter Ressourcenproblematik sollte das Spiel zwischendurch immer wieder getrennt werden. Die Hunde sollen gute Erfahrungen machen und wenn Spiel eskaliert, dann ist es nie eine gute Erfahrung – für keinen der involvierten Hunde. Kein Hund sollte beim „Spielen“ Angst haben müssen (hat ein Hund Angst, dann ist es kein Spiel, es müssen sich alle beteiligten Hunde wohl fühlen!) und daher lieber 20 Mal unterbrechen als nur 1 Mal und dafür fühlt sich jeder Hund wohl und das Erregungsniveau steigt nicht bis ins Unermessliche …

Und das auch bei Hunden, die sich gut kennen. Auch bei Hunden, die zusammen leben. Sprecht die Hunde zwischendurch an, so könnt ihr prüfen, ob sie noch im Stande sind auf den Menschen zu reagieren. Wenn die Hunde nicht reagieren, dann lieber Futter streuen (bei Ressourcenverteidigern Abstand schaffen und an zwei Stellen das Futter streuen, dafür kann man einfach einen Hund ansprechen und dann das Futter dorthin werfen, wo der Hund hingehen soll) oder das Entspannungssignal geben.

Sind die Hunde ansprechbar? Dann kann man die Hunde z.B. kurz Sitz oder Platz machen lassen. Wenn es die Hunde können, dann würde sich auch der Kinn Touch (Kinn auf die Flache Hand) anbieten, denn diese Übung wirkt durch die Streckung der Halswirbelsäule entspannend.

Das letzte Video:

Warum eskaliert das Spiel? Und woran seht und hört ihr, dass es eskaliert? Toll von den Hunden: Eingreifen des Menschen nicht notwendig, sie können es selbst regeln!

Dieses Video zeigt eine „Shit happen“ Situation. Beide Hunde belohnen und eine kurze Spaßeinheit machen, damit sich beide Hunde von ihrem Schrecken erholen können.

Neuer Hund – Neues Abenteuer!

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Ein neuer Hund ist wie ein neues Abenteuer mit Fell!

Jeder Hund ist anders, jeder Hund ist ein Individuum. Als Hundesitter kann ich 10 Labradore betreut haben, der 11. Retriever entpuppt sich als ganz anders als alles zuvor. Aber jeder neue Hund muss bestimmte Grundregeln erlernen.

  • Markersignal
  • Umorientierung und Rückruf

Das war’s? Für den Anfang – JA!

Warum? Mit dem Markersignal kann ich jedes gute Verhalten verstärken, welches der neue Hund zeigt. Mit der Belohnung kann ich den Hund dorthin lotsen, wo er sein soll. Mit dem Umorientierungssignal (Name des Hundes) kann ich den Hund ansprechen, mit dem Rückrufsignal kann ich den Hund jeder Zeit zu mir rufen. Für den Anfang reichen mir diese Signale aus. Dafür trainiere ich diese wenigen Signale sehr intensiv.

Damit nichts schief gehen kann, wird jeder neue Hunde an Brustgeschirr und Schleppleine gesichert. Am besten noch eine Telefonnummer vom Hundesitter dran, Steuermarke und Tassomarke vom Besitzer. Besser eine Marke zu viel, als gar nichts dran.

Nun zum Training. Dies ist ein wenig Abhängig von der Hundeanzahl. Ich zeige euch zuerst zwei Videos von meinen eigenen Hunden.

In diesem Video zeige ich den Aufbau eines Markersignals. Dies kann man immer wieder mal zwischendurch aufladen. Macht am meisten Sinn, wenn der Hund schon länger nicht mehr dabei war. Mein Markersignal ist „CLICK“, es geht aber jedes Nonsense-Wort. Dies wird über klassische Konditionierung mit verschiedenen Belohnungen verknüpft. Auf dem Video seht ihr, dass ich gleichzeitig mit zwei Hunden arbeite. Wenn der Mensch gut koordiniert ist, dann funktioniert der Aufbau des Markersignals auch mit mehreren Hunden gleichzeitg. Ansonsten sollte jeder Hund einzeln auf den Marker konditioniert werden und danach erst alle Hunde gemeinsam mit seiner Bezugsperson.

Wichtig: Nach dem Markersignal sollte nicht nur Futter folgen! In einer Hundegruppe ist spielen nicht immer möglich. Futter geht in den meisten Hundegruppen ohne Probleme. Dabei fängt es schon mit der Gabe des Futters an: Es sollte für den Hund nicht langweilig sein. Verbales Lob ist in jeder Hundegruppe möglich, auch die Belohnung über menschliche Körpersprache und Umweltbelohnungen wie Schnüffeln, Rennen und Springen sind in einer Hundegruppe gut möglich. Auch kleine Tricks können gut abgefragt werden.

In diesem Video seht ihr wieder mich und meine zwei Hunde. Ich spiele das tolle „10-Leckerchen-Spiel“ – ein Kunde sagte dazu auch einmal „5 gewinnt“. Dieses kleine Spiel lässt sich auch mit mehreren Hunden spielen und hat mehrere Aspekte. Dazu findest du einen eigenen Artikel.

Nun aber von meinen eigenen Hunden zu Betreuungshunden.

Hier seht ihr Heidi, kurz nach dem Aussteigen aus dem Auto. Heidi hatte ich erst am Tag der Betreuung kennengelernt. Sie ist eine 5 Monate alte Goldendoodle Hündin. Sie kannte keinen der anwesenden Hunde, war aber Hunden und Menschen gegenüber sehr aufgeschlossen.
Heidi lernt mehrere Dinge auf einmal:

  • das Markersignal – dies ist ihr unbekannt
  • Reagieren auf ihren Namen
  • Sitzen, nicht springen
  • die Situation wird positiv verknüpft

Auf diesem Video seht ihr den weiß-braunen Rüden Onion. Auch diesen Hund habe ich vorher nicht kennengelernt. In diesem Video arbeite ich sehr gezielt mit Onion, dabei ignoriere ich aber keineswegs die anderen Hunde. Dies ist ganz wichtig, denn sonst sind die anderen Hunde frustriert. Ihr seht auf dem Video sehr schön die Ausrichtung der Hunde bei dem gemeinsamen Namensspiel.

Wieso mache ich das? Warum gehe ich nicht einfach mit den Hunden spazieren und warte ab, lasse den Hund sich eingewöhnen ohne spezielles Training? Ich freue mich über eure Kommentare zu diesem spannenden Thema!

Mittlerweile habe ich sehr viele Hunde eingearbeitet. Jeder Hund ist immer wieder spannend und so wird die Arbeit als Dogwalker niemals langweilig.